Autor Thema: Beuten die regionalen Wasserversorger die Bevölkerung aus?  (Gelesen 4938 mal)

Datko

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Mein Kommentar zu: http://www.regensburg-digital.de/rewag-spendet-2-000-euro-an-unicef/11042012/

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Beuten die regionalen Wasserversorger die Bevölkerung aus?

Zitat: "REWAG als regionaler Grundversorger
Täglich versorgt die REWAG rund 170.000 Menschen mit Trinkwasser von den Wasserwerken Sallern und Oberer Wöhrd."

Siehe : http://www.n-tv.de/wirtschaft/Kartellamt-stellt-Ultimatum-article4932851.html

Wasser wird in der Regel über Gebietsmonopole verkauft, der Kunde hat keine andere Wahl. Da verkauft man uns für teures Geld etwas, was die Natur umsonst liefert.

Fragen und Diskussion gerne auch unter
http://www.monopole.de/wasserversorgung-gebietsmonopole/
« Letzte Änderung: 11.04.2012, 14:52 von Datko »
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
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http://www.monopole.de

TWMueller

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Da verkauft man uns für teures Geld etwas, was die Natur umsonst liefert.

Man muss ZWEI Aspekte unterscheiden:
1. Ist ein Preis für Wasser u.ä. gerechtfertigt?
2. Wie kann ein angemessener Preis ermittelt werden?

zu 1.
Die Natur "liefert" kostenlos Wasser. Zumindest hier in Deutschland. Die zu bezahlende Leistung ist auch viel weniger der reine Materialwert des Mediums "Wasser", als vielmehr die hiermit verbundenen Dienstleistungen. Würde man unter Ausblendung der Verarbeitungsschritte und der Transportkosten auch Erdöl als Naturprodukt ansehen, müßte Benzin kostenlos abgegeben werden.
Aber natürlich kann ein Endpreis nicht nur auf die Materialkosten reduziert werden. Wassergewinnung, Aufbereitung, Leitungssystem, Wartung, Gesundheitskontrollen - alles kostet Geld. Somit hat natürlich auch die Bequemlichkeit, dass qualitativ hochwertiges Wasser aus dem Hahn kommt, ihren Preis.

zu 2.
Bei der Preisfindung gibt es prinzipiell mehrere Ansätze. Bei der marktwirtschaftlichen Preisfindung soll sich möglichst auf einem Ideal-Markt zwischen vielen Anbietern und vielen Nachfragern ein angemessener Preis bilden.
Insbesondere bei Angebots-Monopolen würde diese Art der Preisbildung jedoch regelmäßig zur Übervorteilung der Nachfrager führen. Insbesondere, wenn ein kaum zu umgehender Bedarf gegeben ist. Hier kann und muss eine kalkulatorische Preisbildung angewendet werden. Aus nachgewiesenen Kosten und angemessenem Gewinnanteil wäre ein Preis zu bilden, der idealerweise durch eine NEUTRALE Stelle zu genehmigen ist.
Eine dritte Variante der Preisbildung ist die politische Einflussnahme. So wird durch gesetzgeberische Vorgaben oder via Steuern und Abgaben zum Teil der Preis künstlich angehoben, um die Nachfrage zu reduzieren. Betrachtet man Trinkwasser (zumindest global) als knappes Gut, kann es politisch gerechtfertigt sein, über den Preis auf einen sparsamen Umgang hinzuwirken. Allein, dieses (gerechtfertigte) politische Ziel darf nicht dazu führen, dass unangemessene Gewinne auf Anbieterseite gemacht werden. Aufschläge politischer Natur dürften eigentlich nur als Abgaben zweckgebunden dem Umweltschutz zufließen.

Und bei jeder Art der Preisbildung kommt in einer Gesellschaft, die es dem Einzelnen unmöglich macht, sich selbst zu versorgen, auch eine soziale Komponente hinzu. Der Preis von Elementargütern wie Wasser darf eben nicht in Höhen geschraubt werden, die der "einfachen" Bevölkerung den Zugang unangemessen erschwert.
Thomas W. Müller
Tel.: (06134) 564620
Mail: politik@twmueller.de
(Ich freue mich immer über persönliche Kontakte)