Autor Thema: Buchbesprechung von 2012 - "Kulturinfarkt"  (Gelesen 1933 mal)

kunnukun

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Eine Buchbesprechung von 2012:
http://www.zeit.de/2012/13/L-Kulturpolitik

„‘Kulturinfarkt‘ – ein Buch voll hilfloser Kulturkritik und marktliberaler Utopie könnte gleichwohl die dringende Debatte um staatliche Subventionen anstoßen.

Am Ende sind es Kunst und Kultur selbst, die Ekel hervorrufen, nur dass der Ekel hier nicht dem alten adornitischen Hass auf eine kommerzialisierte Massenkultur entspringt, sondern einem exlinken Ressentiment gegenüber einer dem Anspruch nach egalitären, in Wirklichkeit aber doch irgendwie abgehobenen Kunst, die auch nicht von freien, starken Individuen gefertigt wird, vielmehr von den Weicheiern des Betriebs, gepamperte Kunst, ästhetisierend und pompös zugleich, besserwisserisch und pädagogisch, orientiert an obsoleten Leitbildern.“
Dann das Übliche:
„Denn nur dann kann man den Markt als alleinigen Retter aufrufen, wenn man zuvor eine wesentliche Dimension von Kultur abgeblendet hat. Nennen wir das mal ihre gesellschaftliche Dimension. Jenseits des Markterfolgs einer Kultureinrichtung existiert nämlich eine weitere Statusordnung. Sie beruht auf der Fähigkeit, Individuen zu bewegen und sie darüber sprechen zu lassen, also eine Gemeinschaft derer zu bilden, die am Ereignis teilhatten. Der Zweck eines Theaters besteht ja nicht darin, Plätze zu verkaufen, sondern in Inszenierungen anschlussfähigen Sinn zu produzieren.“