Autor Thema: Steuern und Würde der Menschen  (Gelesen 973 mal)

F. Friesen

  • Gast
Steuern und Würde der Menschen
« am: 14.04.2017, 12:12 »
Niemand zahlt gerne Steuern. Dennoch ist es unabdingbar, daß eine Gemeinschaft finanziert werden muß.
Steuergerechtigkeit ist immer ein Thema der Politik, jedoch die Umsetzung ist bei weitem nicht gerecht.
Ein Paradigmawechsel ist dringend angebracht.
Die bisherige Steuergesetzgebung muß ungültig werden und durch Transfersteuer ersetzt werden.
Ich habe eine beispielhafte Berechnung mit den Daten der Bundesbank durchgeführt und folgende Steuerbeträge angesetzt:
Inländische Transaktion 1,2%, Transaktion in das Ausland 2,3% und Bargeldabhebungen 2,5%.

Überweisungen im Inland 56,63 Billionen €  Steuereinnahmen 679,5 Milliarden €
Überweisungen in das Ausland 10,5 Billionen  €, Steuereinnahmen 240,9 Milliarden €
Bargeld 2,3 Mrd. €, Steuereinnahme 59,9 Mio. €
Wertpapierhandel 1,64 Billionen €, Steuereinnahmen 40,9 Mrd. €

Damit ergäben sich verschiedene Vorteile. Gerechtigkeit: wer viel Geld ausgibt, zahlt auch mehr Steuern. Verwaltungsaufwand reduziert, keine Steuererklärung mehr nötig, da es keine Steuerminderung mehr gibt. Kriminalisierung der Bevölkerung entfällt, Steuerhinterziehung entfällt weitestgehend. Legale Steuervermeidung durch Gründung von Auslandsgesellschaften entfällt.
Mit diesem System läge meine Steuerbelastung zur Zeit bei ca. 300 € im Jahr. Jeder kann sich einfach ausrechnen was für ihn an Steuern anfällt und wie hoch diese jetzt sind.

Insgesamt würden 961,4 Mrd. € an Steuereinnahmen generiert. Damit würde sogar eine Bügerdividende (gestaffelt nach Alter) finanzierbar. Meine Beispielrechnung ergab einen Aufwand von 586,3 Mrd. € jährlich.
Es blieben also noch ca. 375 Mrd. übrig. Ungefähr die selbe Größenordnung wie der Bundeshaushalt.
Da mit einer Bürgerdividende alle Sozialleistungen entfallen, würde beispielsweise der Bundeshaushalt um 48,1% entlastet, ähnliches gilt wohl auch für die Länderhaushalte. Hier konnte ich die Daten nicht ermitteln. Die meisten Länder stellen zwar den Haushalt ins Netz, jedoch die Aufschlüsselung ist intransparent.
Dennoch glaube ich, daß mit dem verbleibenden Betrag alle öffentlichen Haushalte finanzieren laßen.

Ein Wort zur Bügerdividende. Bürgerdividende ist kein bedingungsloses Grundeinkommen. Ein solches ist nicht realisierbar, da es immer Bedingungen gibt. Die Bedingungen an die Bürgerdividende sind Staatsbürgerschaft und regulärer Aufenthalt im Staatsgebiet. Die Bürgerdividende ist so bemessen, daß man den Grundlegenden Lebensunterhalt bestreiten kann, Nahrung, Wohnen und gelegentlich Kleidung. Sie ermöglicht also nicht ein Leben in Saus und Braus. Auch kann man damit keinen Lebensunterhalt in preiswerten Ländern bestreiten, da die Dividende nur an ansässige Bürger gezahlt wird.
Was die Dividende aber ermöglicht, ist eine freie Lebensgestaltung ohne äußeren Druck von staatlichen Behörden, kirchlichen Institutionen und staatlich finanziertes Lohndumping durch Arbeitgeber.
Jeder Bürger kann einer beliebigen Tätigkeit nachgehen, Steuern werden automatisch fällig, wenn er bezahlt wird (bezahlt vom Auftraggeber) und selbst Bezahlvorgänge auslöst. Nur eine geringe Anzahl wird keiner Tätigkeit nachgehen, höchstwahrscheinlich viel weniger als heute.

« Letzte Änderung: 14.04.2017, 14:16 von Datko »