Autor Thema: Schweiz - ein Bischof hängt nicht an der Kirchensteuer für Firmen  (Gelesen 2419 mal)

Datko

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Siehe: http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Bischof-pfeift-auf-die-Kirchensteuer-13633361

Man stelle sich das vor, z.B. eine Computerfirma, die Kirchensteuer zahlt, so in Unsinn, Religion ist Privatsache.
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
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TWMueller

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Re: Schweiz - Kirchensteuer für Firmen
« Antwort #1 am: 13.05.2012, 23:55 »
Kirchen-STEUERN gehören bereits aus prinzipiellen Gründen schnellstmöglich komplett abgeschafft. Die sich als gleichberechtigt und demokratisch sehenden modernen Gesellschaften proklamieren nach außen die Religionsfreiheit. Religions-FREIHEIT jedoch ist nicht nur die Freiheit, sich selbstbestimmt einen Glauben bilden zu können, sie muss auch die Freiheit von Religionen umfassen.

Zum Glück ist Deutschland schon etwas weiter. Hier hat man zumindest schon erkannt, dass JURISTISCHE Personen KEINEN Glauben haben können. Eine Aktiengesellschaft gehört keiner Kirche an. Sie kann folglich auch nicht verpflichtet sein, Steuern für EINE Kirche zu bezahlen.

Natürlich zahlen auch juristische Personen, also Firmen, Steuern. Und von diesen Steuermitteln werden unter anderem soziale Aufgaben des Staates finanziert. Man muss sich gedanklich jedoch davon trennen, manche soziale Aufgabe sei Erbrecht religiöser Einrichtungen. Im Gegenteil, würden manche Funktionen von religions-NEUTRALEN Einrichtungen wahrgenommen, die Gesellschaft und die Menschheit wären wohl schon weiter. Kirchen und Religionsgemeinschaften müssen sich von Anderen abgrenzen. Sie bedürften der Doktrin der "alleinigen Wahrheit", um ihren "Glauben" überhaupt verkaufen zu können. Keine Kirche darf offen sagen: "Die Gläubigen einer anderen Kirche haben genau so Recht."  Religionen haben somit naturgemäß etwas Trennendes.

Die Welt braucht jedoch VERBINDENDES und nicht sich abgrenzende Zirkel. Eine moderne Gesellschaft braucht z.B. pädagogisch und sozial gut aufgestellte Kindergärten. Sie braucht jedoch keine kirchlichen Einrichtungen, in denen statt kritischem Denken längst überlebte Mythen vermittelt werden.

Das Geld der Steuerzahler für derartige soziale Einrichtungen darf folglich nicht zur verdeckten Finanzierung bestimmter Glaubensrichtungen eingesetzt werden. Wenn Kindergärten benötigt werden, sind diese NICHT mit Kirchensteuern, sondern mit allgemeinen Finanzmitteln des Staates zu finanzieren. Und wenn "Gläubige" der Meinung sind, sich sonntags Geschichten von einem Vorbeter vorlesen lassen zu müssen, so sollen sie diesen doch selbst mit "Beiträgen" finanzieren. Für keinen anderen "Verein" zieht der Staat die "Beiträge" als "Steuer" ein. Es wird Zeit, dass sich in Deutschland der Staat von der Bevorzugung bestimmter "Amtskirchen" verabschiedet, die Kirchensteuer abschafft und es den Glaubensgemeinschaften überläßt, sich selbst zu organisieren und auch zu finanzieren.
« Letzte Änderung: 13.05.2012, 23:59 von TWMueller »
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