Autor Thema: Tanzverbot am Karfreitag  (Gelesen 2587 mal)

TWMueller

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Tanzverbot am Karfreitag
« am: 12.04.2012, 23:29 »
Es kommt immer wieder hoch, das Thema der Tanzverbote an Feiertagen.
In diesem Jahr war es die aufkommende PIRATEN-Partei, die mit Aktionen gegen dieses Relikt Stimmung machte.

Ein interessanter Grundsatzartikel zur verfassungsrechtlichen Einordnung auch kirchlicher Feiertage ist bei LEGAL-TRIBUNE-ONLINE zu finden unter:
http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/tanzverbot-karfreitag-feiertag-flashmob/

Aber ungeachtet der Frage, ob ein URALT-Passus, der nur ins Grundgesetz integriert wurde, weil sich die Väter des Grundgesetzes gegen die Kirchen nicht durchsetzen konnten, einen besonderen Status von FEIERTAGEN gebietet, bleibt die Frage, wie diese Feiertage zu gestalten sind.

Wenn ich das Wort "FEIERN" höre, denke ich instinktiv an FRÖHLICHKEIT und FREUDE. Diejenigen, die der deutschen Bevölkerung jedoch kirchliche "Feiertage" aufzwingen wollen, scheinen nicht FEIER-tage im Blick zu haben, sondern eher TRAUER-tage.

Wenn der Gesetzgeber (genauer eine politische Elite) jedoch den Bürgern unabhängig von deren Glauben und Religionszugehörigkeit schon gesetzlich etwas aufzwingen will, dann sollte er wenigstens zwischen FEIER- und TRAUER-Tagen unterscheiden.

Und die Grenzen gesetzgeberischer Beschränkungen müssen dann gegeben sein, wenn weder die Öffentlichkeit, noch Religionsgemeinschaften betroffen sind. Warum also soll nicht in einer Diskotek in einem Gewerbegebiet auch am Karfreitag zum Tanz geladen werden. Die kirchlich Trauernden können doch ungestört ihre Kirche aufsuchen oder daheim in Grau gehüllt still weinen.

Hier wird jedoch ein GRUNDPROBLEM deutlich. Die GUTMENSCHEN wollen immer das, was sie selbst für GUT erachten, auch Anderen aufzwingen. Es genügt ihnen nicht, selbst so leben zu können, wie sie es für richtig erachten. Sie wollen auch den Rest der Bevölkerung zwingen, Riten und Moralvorstellungen zu übernehmen.

Ich gehe zwar schon lange nicht mehr in Diskos (Ja, die müden, alten Knochen). Aber wenn z.B. die PIRATEN-Partei an einem der kommenden Feiertage zum ÖFFENTLICHEN Tanz-In aufruft, werde auch ich mal wieder die Glieder zum Klang der Musik ausschütteln gehen. Es wird eben Zeit, auch sichtbar gegen die längst überholten Zöpfe unserer Überbürokratisierung vorzugehen.

Es wäre doch eigentlich an der Zeit, die Kirchen in die Gewerbegebiete zu verbannen und statt dessen die Diskotheken als Orte der Freude und des Gemeinsinns in die Mitte der Gemeinden zu holen. Allein einige Gutmenschen werden wohl nur schwer ertragen, wenn Andere sich des Lebens freuen und nicht bereit sind, die Last der täglichen Existenz mit Trauermine zu durchleiden. ICH wünsche mir ein FRÖHLICHES Deutschland. Schickt die Trauerklöse doch in stille "Reservate". Ich fürchte nur, kaum ein Landstrich will sie haben. Denn die Urlauber und Besucher werden wohl eher in FRÖHLICHE Gegenden fahren und still-weinerliche Gedenkstätten meiden.
Thomas W. Müller
Tel.: (06134) 564620
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(Ich freue mich immer über persönliche Kontakte)

Datko

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Re: Tanzverbot am Karfreitag
« Antwort #1 am: 13.04.2012, 03:44 »
Es geht auch um die Demonstration von Macht!

Die christlichen Kirchen haben die Gesellschaft unterworfen und demonstrieren ihre Macht.

Man denke dabei auch an Wilhelm Tell und die Grußpflicht vor dem Hut des Tyrannen.

Joachim Datko - Physiker, Philosoph
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