Autor Thema: attac und "Die Linke" Seite an Seite, da kann ich nur Angst bekommen  (Gelesen 5174 mal)

Datko

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attac und "Die Linke" Seite an Seite, da kann ich nur Angst bekommen, Armut für alle, wer erinnert sich nicht an die DDR?

Staaten sollten mit den Einnahmen gut haushalten, Verschuldung ist Gift.

Die Ratingagenturen haben der steigenden Staatsverschuldung viel zu lange zugesehen. Ich hätte schon viel früher Alarm geschlagen. Wenn ein Schuldner immer mehr Schulden macht, muss ihm der Geldhahn abgedreht werden, sonst ändert er sein Verhalten nicht und die Verschuldung steigt exponentiell an.
« Letzte Änderung: 08.05.2012, 12:02 von Datko »
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Staaten sollten mit den Einnahmen gut haushalten, Verschuldung ist Gift.
... Wenn ein Schuldner immer mehr Schulden macht, muss ihm der Geldhahn abgedreht werden, sonst ändert er sein Verhalten nicht und die Verschuldung steigt exponentiell an.

Isoliert, z.B. für einen Privathaushalt oder ein Unternehmen zutreffend.
Für das Gesamtsystem "Geldwirtschaft" aber leider reine Theorie.
Bislang habe ich noch keinen Entwurf für ein Finanzsystem gesehen, das nicht nach einer gewissen Zeit zwangsläufig aus dem Ruder läuft. Die "Besitzenden" werden durch Zins und Zinseszins immer schneller das Geld derjenigen abschöpfen, die über keine Finanzreserven verfügen. Und dieser Prozess wird durch Börsenspekulationen ohne real-wirtschaftlichen Background und durch rein virtuelles "Buchgeld" noch beschleunigt. Und sogar der Staat schafft "virtuelles Geld" indem z.B. bereits Steuern berechnet werden, wenn Rechnungen geschrieben sind und nicht erst, wenn ein realer Zahlungsfluss erfolgte.

Aber sogar, wenn man davon absieht, dass ein sich selbst stabilisierendes Finanzsystem in weiter Ferne liegt, würde ein "schuldenfreies" System nicht funktionieren. Nehmen wir doch einfach mal an, alle Staaten wären über Nacht schuldenfrei und mit ihrem Staatshaushalt auf NULL. Ohne Staatsschulden gibt es dann auch keine "mündelsicheren" anlagen mehr. Wer soll den Sparern die Zinsen zahlen? Man könnte daran denken, statt dessen in Wirtschaftsunternehmen zu investieren. Aber wer soll (ohne Verschuldung) all die Waren kaufen oder die Dienstleistungen in Anspruch nehmen? Irgendwo, egal ob innerstaatlich oder bei Exportgeschäften muss das Geld doch herkommen. Und wenn im Außenhandel die Käufernationen ebenfalls darauf achten, nur so viel einzukaufen, wie ihnen Finanzmittel zur Verfügung stehen (sie dürfen ja ebenfalls keine Schulden machen), wer soll denn dann die Leistungen der Industrienationen abrufen?

Der Ruf nach "schuldenfreien" Staaten ist somit zwar scheinbar richtig und sinnvoll. Bei näherem Hinsehen wird jedoch klar, dass es ein GLOBALES System OHNE SCHULDEN gar nicht geben kann. Schuldenschnitte sind somit systembedingt über kurz oder lang nie zu vermeiden. Es wird lediglich die Aufgabe (kluger) Politiker sein, die Systembereinigung sozial verträglich zu gestalten. Und kluge Kapitalisten sollten lieber frühzeitig auf etwas verzichten, als sich durch soziale Unruhen und Revolutionen später alles nehmen zu lassen. Heute ein wenig LINKS kann somit durchaus ziemlich RECHTS sein.

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Der Ruf nach "schuldenfreien" Staaten ist somit zwar scheinbar richtig und sinnvoll. Bei näherem Hinsehen wird jedoch klar, dass es ein GLOBALES System OHNE SCHULDEN gar nicht geben kann. Schuldenschnitte sind somit systembedingt über kurz oder lang nie zu vermeiden. Es wird lediglich die Aufgabe (kluger) Politiker sein, die Systembereinigung sozial verträglich zu gestalten. Und kluge Kapitalisten sollten lieber frühzeitig auf etwas verzichten, als sich durch soziale Unruhen und Revolutionen später alles nehmen zu lassen. Heute ein wenig LINKS kann somit durchaus ziemlich RECHTS sein.

Viele Menschen haben sich an die Verschuldungsmentalität gewöhnt, es ist ein süßes Gift, über seine Verhältnisse zu leben. Es geht auch anders. Die Bundesrepublik zahlt zur Zeit sehr geringe Zinssätze, weil sie als finanziell solide und potent gilt, zum Teil ist der Zins sogar "negativ", die Geldgeber verlieren dabei (http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/negative-zinsen-anleger-schenken-schaeuble-millionen_aid_700769.html). Sobald ein Staat sich nicht weiter verschulden würde, gingen seine Schuldzinsen in den Keller, er würde bei guten wirtschaftlichen Aussichten sogar "negative Zinsen" für sein Altschulden zahlen, sie würden abnehmen. Durch die geringere Nachfrage nach Krediten würden die Schuldzinsen für alle Schuldner sinken und für solide wirtschaftende Schuldner sogar negativ werden.

Es kommt noch hinzu, dass Kapitaleinkünfte steuerpflichtig sind und bei uns sogar über eine Quellensteuer ( 25% + Solidaritätszuschlag ) die entsprechenden Beträge direkt von den Geldinstituten an den Staat überwiesen werden (Bürger mit einem ansonsten niedrigen Einkommen können sich dann über die Einkommenssteuerklärung das Geld auszahlen lassen).
« Letzte Änderung: 09.05.2012, 06:37 von Datko »
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Um die Banken mache ich mir keine Sorgen, meine Sorge gilt den nicht solide Wirtschaftenden.

Zu 08.05.12 - 19:14 " ... Was machen die Banken, wenn keiner mehr einen Kredit aufnimmt (= sich verschuldet)?"

Um die Banken mache ich mir keine Sorgen, meine Sorge gilt den nicht solide Wirtschaftenden. Effizientes und sparsames Wirtschaften schafft Wohlstand. Finanzielle Unabhängigkeit schafft Freiräume und Selbstbewusstsein, Schulden sind schlecht für das Image. Kredite verschlechtern in der Regel die finanzielle Situation, sie sind kontraproduktiv, dies gilt für Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Haushalte.
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Kredite verschlechtern in der Regel die finanzielle Situation, sie sind kontraproduktiv, dies gilt für Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Haushalte.

Man muss hierbei jedoch die Mikro- von der Marko-Ansicht unterschieden, also die betriebswirtschaftliche von der volkswirtschaftlichen und der globalen Betrachtung.

Jeder Zins-Zahlung muss systembedingt eine Zins-Einnahme gegenüber stehen. Wer Geld anlegen und Zinsen erwirtschaften will, braucht jemanden, der fremdes Geld benötigt, der sich somit "verschuldet". Wie in einer Bilanz muss die Summe der Schuldner der der Gläubiger entsprechen. Und jeder, der etwas verdienen will, braucht im Gegenzug jemanden, der hierfür bezahlt.

Die Sicht auf Deutschland zu verengen, blendet daher das gesamt-globale System aus. Natürlich verbessert sich die deutsche Außenhandelsbilanz, wenn z.B. Griechenland deutsche Rüstungsgüter einkauft. Natürlich stehen deutsche Banken zunächst gut da, wenn sie Kreditgeschäfte mit z.B. Griechenland in der Bilanz haben. Aber die bestellten Güter müssen ja irgendwann bezahlt, die Kredite getilgt werden. Der Schuldner muss somit selbst einen Überschuss erwirtschaften. Wenn er Glück hat, findet er noch einen ärmeren Staat, an den er die Handelsbilanz-Differenz weiterreichen kann. Aber irgendwann hat auch diese Kette ihr Ende erreicht. Irgendwann funktioniert das Export-Geschäft halt nicht mehr, da niemand mehr da ist, der auf Pump die Einnahmen der Exporteure finanzieren will oder kann.

Denn vergessen wir nicht, der Außenhandelsüberschuss Deutschlands entspricht mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Verschuldung in den Empfängerstaaten. Im Grunde würde ein Staat nur dann nicht auf Kosten Dritter leben, wenn über einen gewissen Zeitraum die Außenhandelsbilanz ausgeglichen ist. Also nicht mehr Exporte als Importe. Jeder mag nun mal nachdenken, wo Deutschland stehen würde, wenn wir nicht einerseits am Export verdienen würden und andererseits sogar noch mit den Schulden der Käuferstaaten Zinsgewinne machen wollten.

Und man muss sicher kein Prophet sein, um absehen zu können, wie es mit dem Weltfrieden aussieht, wenn einzelne Staaten immer reicher werden (da sie an verliehenem Geld gut verdienen) und andere Staaten immer weiter ins Nichts abrutschen. Irgendwann werden Milliarden Inder, Pakistani, Chinesen und Afrikaner in die Regionen drängen, in den (angeblich) das Geld verdient wird. Was aber sagen "deutsche" Arbeitnehmer dann, wenn (illegale) Billiglöhner ihnen ganz im Sinne einer "freien" Marktwirtschaft die Arbeit wegnehmen?

Geld wächst nicht auf Bäumen. Es kann lediglich von einer Tasche in eine andere wandern. Und selbst wenn die nominale Zahl der Geld-Menge durch Inflation ansteigt, so bleibt die Summe des Kaufwerts doch annähernd konstant. Es muss daher Aufgabe staatlicher Steuerungsinstrumente sein, zu großen Einkommens- und Vermögensunterschieden entgegen zu wirken. Der Reichtum des Einen ist eben immer durch die Armut Anderer erkauft. Weniger Armut ist im Umkehrschluss somit nur möglich, wenn überzogener Reichtum begrenzt wird. Ein System, in dem es nur Reiche gibt, kann es (leider) nicht geben. Hätte jeder deutsche 1 Millionen Euro auf dem Konto, die Währung wäre nichts mehr wert. Es ist ja nicht die Zahl, die auf einem Geldschein stehet, es ist die Bereitschaft Anderer, hierfür etwas zu tun oder zu liefern.

Ich habe noch altes Inflationsgeld über Millionen, ja Milliarden Reichsmark in der Schublade. Hübsche Erinnerungsstücke, aber trotz großer Zahl ohne jeglichen Wert. Der "Markt" hatte halt zwangsreguliert. Schaffen unsere klugen Wirtschaftswissenschaftler und Politiker heutzutage dies nicht vielleicht ohne das Chaos, das durch systembedingte Schuldenschnitte entsteht? Wäre es nicht sinnvoller, etwas mehr Mass zu halten und auf Überzogenes zu verzichten?

"Gesund-Sparen" kann hierbei nur insoweit funktionieren, als auf Luxus und Unnötiges verzichtet wird. Staaten, die durch rigorose Sparprogramme jedoch sowohl die Binnen-, als auch die Exportwirtschaft abwürgen, werden noch weniger Steuermittel zu Verfügung haben, um ihren Schuldendienst bedienen zu können. Auch wenn es noch so umpopulär erscheinen mag, einen Ausweg bietet nur das Abschöpfen der Kapitalspitzen. Es muss auf "gehortetes" Geld zugegriffen werden. Nicht auf Finanzmittel, die zur Deckung des Lebensbedarfs im Umlauf sind. Wenn eine Privatperson insolvent wird, wird deren gesamtes Vermögen verwertet. Geht ein Staat "insolvent", müssen dessen "Mitglieder", sprich Bürger für die Schulden aufkommen. Es bedarf somit eines Durchgriffs auf das "Privatvermögen" der "Inhaber". Ein "Pleitestaat" müsste somit z.B. alle Vermögen über einem bestimmten, sozial gerechtfertigten Grenzwert beschlagnahmen und zur Schuldentilgung einsetzen. Aber natürlich ohne vorherige Ankündigung, damit die Profiteure nicht vorher die Flucht ergreifen.
« Letzte Änderung: 10.05.2012, 01:07 von TWMueller »
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Kreditnehmer arbeiten mit Ausreden, statt solide zu wirtschaften

Zu MHH 09.05.12 18:32 : "die Griechen lebten also vorher nicht in Saus und Braus sondern versuchten ihre Situation zu bessern, sie nutzten die Kredite zur Steigerung des BIP"

Kredite verschlechtern in der Regel die finanzielle Situation. Sobald man nicht mal mehr die Zinsen erarbeitet, sondern durch neue Kredite bedient, greift die Exponentialfunktion, dann ist es nur noch mehr eine Frage der Zeit, bis die Pleite da ist. Es wäre besser gewesen, wenn die Ratingagenturen schon früher Alarm geschlagen hätten.

Die Türkei ist durch ein Tal der Tränen gegangen und hat wieder gute wirtschaftliche Verhältnisse, warum soll Griechenland es nicht auch schaffen?
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Danke für die ausführliche Darstellung. Ich werde nach und nach zu den einzelnen Punkten Stellung nehmen, sobald es meine Zeit erlaubt.

Man muss hierbei jedoch die Mikro- von der Marko-Ansicht unterschieden, also die betriebswirtschaftliche von der volkswirtschaftlichen und der globalen Betrachtung.

Jeder Zins-Zahlung muss systembedingt eine Zins-Einnahme gegenüber stehen. Wer Geld anlegen und Zinsen erwirtschaften will, braucht jemanden, der fremdes Geld benötigt, der sich somit "verschuldet". Wie in einer Bilanz muss die Summe der Schuldner der der Gläubiger entsprechen. Und jeder, der etwas verdienen will, braucht im Gegenzug jemanden, der hierfür bezahlt.
Kredite sind Gift, man sollte ohne Kredite auskommen. Ein Großteil der aufgenommen Kredite sind unnötig, dies gilt für Privatpersonen, für Firmen und für die öffentliche Hand.

Die Sicht auf Deutschland zu verengen, blendet daher das gesamt-globale System aus. Natürlich verbessert sich die deutsche Außenhandelsbilanz, wenn z.B. Griechenland deutsche Rüstungsgüter einkauft. Natürlich stehen deutsche Banken zunächst gut da, wenn sie Kreditgeschäfte mit z.B. Griechenland in der Bilanz haben. Aber die bestellten Güter müssen ja irgendwann bezahlt, die Kredite getilgt werden. Der Schuldner muss somit selbst einen Überschuss erwirtschaften. Wenn er Glück hat, findet er noch einen ärmeren Staat, an den er die Handelsbilanz-Differenz weiterreichen kann. Aber irgendwann hat auch diese Kette ihr Ende erreicht. Irgendwann funktioniert das Export-Geschäft halt nicht mehr, da niemand mehr da ist, der auf Pump die Einnahmen der Exporteure finanzieren will oder kann.


Denn vergessen wir nicht, der Außenhandelsüberschuss Deutschlands entspricht mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Verschuldung in den Empfängerstaaten. Im Grunde würde ein Staat nur dann nicht auf Kosten Dritter leben, wenn über einen gewissen Zeitraum die Außenhandelsbilanz ausgeglichen ist. Also nicht mehr Exporte als Importe. Jeder mag nun mal nachdenken, wo Deutschland stehen würde, wenn wir nicht einerseits am Export verdienen würden und andererseits sogar noch mit den Schulden der Käuferstaaten Zinsgewinne machen wollten.

Der Schuldner, der auf Dauer nicht zahlen kann, lebt auf Kosten der Gläubiger. Bei schlechten Schuldnern gibt es in der Regel keine Zinsgewinne, sondern Verluste, wenn sie die Kredite nicht zurück zahlen können.

Und man muss sicher kein Prophet sein, um absehen zu können, wie es mit dem Weltfrieden aussieht, wenn einzelne Staaten immer reicher werden (da sie an verliehenem Geld gut verdienen) und andere Staaten immer weiter ins Nichts abrutschen. Irgendwann werden Milliarden Inder, Pakistani, Chinesen und Afrikaner in die Regionen drängen, in den (angeblich) das Geld verdient wird. Was aber sagen "deutsche" Arbeitnehmer dann, wenn (illegale) Billiglöhner ihnen ganz im Sinne einer "freien" Marktwirtschaft die Arbeit wegnehmen?

China und Indien bieten ihrem Nachwuchs gute Perspektiven, die Arbeit kommt zu ihnen, da brauchen die Menschen ihre Länder nicht verlassen.

Geld wächst nicht auf Bäumen. Es kann lediglich von einer Tasche in eine andere wandern. Und selbst wenn die nominale Zahl der Geld-Menge durch Inflation ansteigt, so bleibt die Summe des Kaufwerts doch annähernd konstant. Es muss daher Aufgabe staatlicher Steuerungsinstrumente sein, zu großen Einkommens- und Vermögensunterschieden entgegen zu wirken. Der Reichtum des Einen ist eben immer durch die Armut Anderer erkauft. Weniger Armut ist im Umkehrschluss somit nur möglich, wenn überzogener Reichtum begrenzt wird. Ein System, in dem es nur Reiche gibt, kann es (leider) nicht geben. Hätte jeder deutsche 1 Millionen Euro auf dem Konto, die Währung wäre nichts mehr wert. Es ist ja nicht die Zahl, die auf einem Geldschein stehet, es ist die Bereitschaft Anderer, hierfür etwas zu tun oder zu liefern.

Es ist meiner Ansicht nach nicht wahr, dass der Reichtum des Einen immer durch die Armut Anderer erkauft wird. Wenn jemand selbst etwas herstellt, dann hat dies mit Anderen nicht viel zu tun. Es gibt auch die Win-Win-Situation, alle Beteiligten haben einen Vorteil davon.

Ich habe noch altes Inflationsgeld über Millionen, ja Milliarden Reichsmark in der Schublade. Hübsche Erinnerungsstücke, aber trotz großer Zahl ohne jeglichen Wert. Der "Markt" hatte halt zwangsreguliert. Schaffen unsere klugen Wirtschaftswissenschaftler und Politiker heutzutage dies nicht vielleicht ohne das Chaos, das durch systembedingte Schuldenschnitte entsteht? Wäre es nicht sinnvoller, etwas mehr Mass zu halten und auf Überzogenes zu verzichten?

Wir sind, was die Stabilität des Geldwertes anbetrifft auf einem guten Weg, seit Jahrzehnten bleibt der Wert einigermaßen stabil. Hyperinflation gibt es seit Jahrzehnten bei uns nicht mehr.

"Gesund-Sparen" kann hierbei nur insoweit funktionieren, als auf Luxus und Unnötiges verzichtet wird. Staaten, die durch rigorose Sparprogramme jedoch sowohl die Binnen-, als auch die Exportwirtschaft abwürgen, werden noch weniger Steuermittel zu Verfügung haben, um ihren Schuldendienst bedienen zu können. Auch wenn es noch so unpopulär erscheinen mag, einen Ausweg bietet nur das Abschöpfen der Kapitalspitzen. Es muss auf "gehortetes" Geld zugegriffen werden. Nicht auf Finanzmittel, die zur Deckung des Lebensbedarfs im Umlauf sind. Wenn eine Privatperson insolvent wird, wird deren gesamtes Vermögen verwertet. Geht ein Staat "insolvent", müssen dessen "Mitglieder", sprich Bürger für die Schulden aufkommen. Es bedarf somit eines Durchgriffs auf das "Privatvermögen" der "Inhaber". Ein "Pleitestaat" müsste somit z.B. alle Vermögen über einem bestimmten, sozial gerechtfertigten Grenzwert beschlagnahmen und zur Schuldentilgung einsetzen. Aber natürlich ohne vorherige Ankündigung, damit die Profiteure nicht vorher die Flucht ergreifen.

Es geht ja nicht um das Sparen. Es geht darum, mit den zur Verfügung stehenden Mittel aus zu kommen. Ohne vorherige Ankündigung sollte in der Demokratie nicht viel gehen, es gibt viele Entscheider, die bei wichtigen Entscheidungen mitreden.

Es ist ganz einfach, man sollte solide wirtschaften. Es ist ein Mangel der repräsentativen Demokratie, dass die Politiker versuchen sich durch eine großzügige Ausgabenpolitik Stimmen zu erkaufen. Bei uns in Regensburg z.B. durch den Bau eines Fußballstadions für den Profifußball.

Der Staat profitiert schon jetzt von den Zinsen, er schöpft über 1/4 davon durch die Quellensteuer ab, die sieht der Kreditgeber erst gar nicht (Menschen mit niedrigem Einkommen können sich das Geld vom Finanzamt erstatten lassen). In der Regel verliert der Kreditgeber, er kann sich ein Jahr später für sein Geld weniger kaufen, man denke auch an die Inflation.


« Letzte Änderung: 10.05.2012, 21:52 von Datko »
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Kredite sind Gift, man sollte ohne Kredite auskommen. Ein Großteil der aufgenommen Kredite sind unnötig, dies gilt für Privatpersonen, für Firmen und für die öffentliche Hand.

Aus der Sicht der berühmten "schwäbischen Hausfrau" durchaus zutreffend.
Aus der Sicht von Wirtschaftsunternehmen allerdings nicht realisierbar. Jeder Handwerker wird vom Kunden nach Abnahme des Werks bezahlt (hoffentlich). Material, Lohn und sonstige Kosten müssen jedoch vorfinanziert werden. Kein Betrieb verfügt über derartige eigene Finanzrücklagen, um gänzlich ohne Fremdfinanzierung auszukommen, wenn Vorlaufkosten entstehen.

Würde man grundsätzlich Kredite ablehnen, müßte man zugleich auch auf jegliche Verzinsung des eigenen (Spar-)Kapitals verzichten. Wenn keiner mehr etwas ausleiht, gibt es auch keinen mehr, der Zinsen zahlt.

Aber zurück von den theoretischen Extremfällen zur realen Praxis. Kredite sind doch prinzipiell kein Problem. Sie werden erst dann zum Problem, wenn sie zur Überschuldung führen, wenn wie angesprochen bereits zur Zahlung der Zinsen neue Kredite notwendig sind. Ist ein Schuldner jedoch erst einmal in diese Zwickmühle geraten, gibt es kein sauberes Entkommen mehr. Entweder nimmt er auch weiterhin Kredit nach Kredit auf, um die Gläubiger zu befriedigen oder er erklärt sich für (teilweise) zahlungsunfähig und stellt die Zinszahlungen ein.

Sparen mag hierbei durchaus angeraten sein, aber es wird nie ausreichen, die aufgehäuften Schulden zu tilgen. Es muss folglich eine Doppelstrategie her: Verzicht auf unnötige "Luxus-Ausgaben" und Schuldenschnitt oder Sonderbelastung Vermögender.

Ist jemand überschuldet, kann man erwarten, dass er seinen Sportwagen verkauft. Aber man muss ihm das Fahrgeld lassen, um zur Arbeit zu kommen.
« Letzte Änderung: 10.05.2012, 21:57 von TWMueller »
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Mal abgesehen davon, dass noch niemand durch EIGENE Arbeit oder einfaches "Herstellen" von Gütern (ohne den Einsatz fremder Arbeitskraft) REICH geworden ist, er kann seinen Kunden doch bestenfalls einen Nutzen bieten, der das geforderte Geld wert ist. Aber wenn jemand z.B. 1 Millionen einnimmt, muss es Zahler geben, die anschließend 1 Millionen weniger haben. Das Geld wandert nur von einer Tasche in eine andere. Die eberühmte Win-Win-Situation bezieht sich bestenfalls auf den Nutzwert des Geldes. Der Käufer gibt Geld und erhält einen Nutzen. Aber das Geld ist weg. Und für jeden Euro, für jeden Taler, den er verdienen muss, um überhaupt Geld zu haben, muss ja auch wieder jemand zahlen. Es entsteht eine Kette, die am Ende bei irgendjemanden zur Armut führt.

Der Geld-Austausch würde theoretisch nur dann funktionieren, wenn alle die selbe Summe einnehmen und auch komplett wieder ausgeben, es jedoch weder Zinsen noch Steuern gäbe. Lassen wir die Steuern hierbei weg, da sie im Prinzip ja nur eine Fremdverfügung über individuelles Kapital darstellen. Die Steuern fließen ja vollumfänglich wieder in den Markt zurück.

Anders bei den Zinsen. Hier häuft derjenige, der mehr einnimmt oder besitzt, als er ausgibt, durch Zins und Zinseszins zusätzliche Mittel an, die zwangsläufig anderen Marktteilnehmern fehlen müssen. Solange die Schuldner ihren Verpflichtingen nachkommen, fließt das Geld immer schneller von denjenigen, die zu wenig haben, zu denen, die über Reserven verfügen.

Wenn jedoch jemand mal eine Musterrechnung aufmachen könnte, wie sich trotz Zinszahlungen ein auf Dauer stabiler Geldkreislauf bewerkstelligen ließe, er dürfte reif für einen Nobelpreis sein.

Es ist ein Mangel der repräsentativen Demokratie, dass die Politiker versuchen sich durch eine großzügige Ausgabenpolitik Stimmen zu erkaufen. Bei uns in Regensburg z.B. durch den Bau eines Fußballstadions für den Profifußball.

Die Frage der sparsamen Mittelverwendung hat zunächst nichts mit der Geldtheorie zu tun. Wer als "normaler" Arbeitnehmer seine Lohntüte nach Hause bringt, kann auch nicht Porsche fahren oder sich eine Villa am See bauen. Einnahmen und Ausgaben müssen schon passen. Problematisch wird es jedoch immer dann, wenn jemand über FREMDES Geld verfügen darf.

Hier wird es zweifelsfrei Zeit, neue Möglichkeiten der Mitbestimmung der Bürger einzuführen. Und endlich auch den Straftatbestand des Amtsmissbrauchs wieder ins Strafgesetz aufzunehmen. Und vielleicht müßte dem einen oder anderen Bürger auch mal verdeutlicht werden, dass er mit jedem Steuergeschenk in Wahrheit nur eigenes Geld zurückbekommt. Manches Bauvorhaben wäre wohl nie realisiert worden, wenn die Kosten von den Bürgern zuvor per Spende oder offenem Kostenbeitrag eingefordert worden wären.

Der Staat profitiert schon jetzt von den Zinsen, er schöpft über 1/4 davon durch die Quellensteuer ab, die sieht der Kreditgeber erst gar nicht (Menschen mit niedrigem Einkommen können sich das Geld vom Finanzamt erstatten lassen). In der Regel verliert der Kreditgeber, er kann sich ein Jahr später für sein Geld weniger kaufen, man denke auch an die Inflation.

Zinsen sind ein Verdienst. Der eine bekommt Geld, weil er eine Stunde etwas tut, der Andere, weil er sein Kapital zur Verfügung stellt. Dem Gleichheitsgrundsatz folgend müßten grundsätzlich ALLE Einkunftsarten GLEICH besteuert werden. Gerade da, wo wirklich Steuern anfallen würden, wäre der allgemeine Steuersatz sogar heute schon deutlich höher als 25%. Kapitalanleger erhalten somit Einkommenssteuer geschenkt, wenn ihr Grenzsteuersatz ohne die Zinsgewinne bereits über 25% liegt.

Beschäftigungspolitisch wäre es jedoch sogar angeraten, Einkommen aus PERSÖNLICHER Arbeit geringer zu besteuern, als leistungslosen Verdienst.
Und warum bislang zwar Waren und Dienstleistungen einer Umsatzsteuer unterliegen, Bankdienstleistungen und Zinsgewinne jedoch nicht, kann sich einem logisch denkenden Menschen nicht erschliessen. Die "Reichen" machen halt "ihre" Gesetze. Die "Armen" haben kein Geld für Wahlplakate.
« Letzte Änderung: 10.05.2012, 22:41 von TWMueller »
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Finanzielle Unabhängigkeit ist ein kostbares Gut

Zu MHH 10.05.12 - 15:04 : "Alle großen Firmen arbeiten nachweislich äußerst rentabel mit Krediten."

"Zinkann: Miele nimmt seit jeher grundsätzlich kein Fremdkapital auf. Diese gedanklich geerbte Regel garantiert unsere Unabhängigkeit und sie garantiert, dass wir über alle Entscheidungen sehr intensiv nachdenken."

Siehe: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/miele-geschaeftsfuehrer-das-unternehmen-hat-immer-vorrang-seite-2/3307622-2.html

Es ist eine Frage der Einstellung. Im Positiven zu wirtschaften ist nicht schwer.

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Aus der Sicht der berühmten "schwäbischen Hausfrau" durchaus zutreffend.
Aus der Sicht von Wirtschaftsunternehmen allerdings nicht realisierbar. Jeder Handwerker wird vom Kunden nach Abnahme des Werks bezahlt (hoffentlich). Material, Lohn und sonstige Kosten müssen jedoch vorfinanziert werden. Kein Betrieb verfügt über derartige eigene Finanzrücklagen, um gänzlich ohne Fremdfinanzierung auszukommen, wenn Vorlaufkosten entstehen.

Es ist doch nur eine Frage der Einstellung, ob man aus dem Positiven wirtschaftet oder nicht.
Siehe z.B.: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/miele-geschaeftsfuehrer-das-unternehmen-hat-immer-vorrang-seite-2/3307622-2.html

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« Antwort #11 am: 11.05.2012, 21:28 »
"Zinkann: Miele nimmt seit jeher grundsätzlich kein Fremdkapital auf. Diese gedanklich geerbte Regel garantiert unsere Unabhängigkeit und sie garantiert, dass wir über alle Entscheidungen sehr intensiv nachdenken."

Gratulation an MIELE. Wobei wohl nicht so sehr die Frage entscheidend ist, ob (auch) mit Fremdkapital gearbeitet wird, als vielmehr das grundsätzliche UNTERNEHMERISCHE Selbstverständnis. Gerade mittelständige Unternehmen, die ihr "Werk" auch als "Zukunft der Familie" verstehen und ein Verantwortungsgefühl für den Standort und die Mitarbeiter entwickeln, planen eher langfristig und sind nicht auf "Börsenkurse" und kurzfristige Gewinnabschöpfungen fixiert.

Es wird, bei etwas erweitertem Blick, jedoch auch deutlich, dass sich diesen Luxus einer Eigenfinanzierung nicht jedes Unternehmen leisten kann. Irgendwo muss ja in der Vergangenheit auch das Geld gekommen sein, das MIELE heute einsetzt. Ein hochbegabter Ingenieur, der eine technische Innovation produzieren und vermarkten will, verfügt in der Regel eben nicht über hinreichend (ererbtes) Vermögen. Er muss folglich entweder auf eine Firmengründung verzichten oder in irgend einer Weise Fremdkapital beschaffen.

Problematisch ist somit nicht die grundsätzliche Kreditaufnahme. Zum Problem würde es in o.a.Beispiel jedoch, wenn der Jungunternehmer mit dem geliehenen Geld zuerst einen dicken Vorstandwagen kaufen würde und die Anschaffung moderner Maschinen zurückstellen würde. Geld ist nicht gut oder schlecht. Nur die Verwendung kann bewertet werden. Dies wird ja in den Bilanzen auch durch die zwei Seiten deutlich. Links steht, WO sich die Vermögenswerte befinden, Rechts ist nachzulesen, WOHER dieses Geld stammt.
« Letzte Änderung: 11.05.2012, 21:34 von TWMueller »
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Solides Wirtschaften ist für Privatpersonen, Betriebe und Staaten möglich, man muss nur immer daran denken, dass Kredite ein süßes Gift sind.

Betriebe haben in der Regel Gewinne, die sollte man für Investitionen nutzen, Fremdfinanzierung belastet, nicht nur mit den Schuldzinsen, sondern auch mit dem ganzen Verfahren. Man muss den Kreditgebern Daten liefern, sich ins Konzept reinreden lassen und vieles mehr.

Privatpersonen können ihren Konsum an die finanziellen Möglichkeiten anpassen.

Staaten brauchen eine starke Einnahmeseite und eine knausrige Ausgabenseite, Verschuldung belastet.

« Letzte Änderung: 12.05.2012, 10:07 von Datko »
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Den letzen Aussagen stimme ich vollumfänglich zu.

Wenn es heißt:

Staaten brauchen eine starke Einnahmeseite und eine knausrige Ausgabenseite, Verschuldung belastet.

so ergeben sich aus dieser zutreffenden Feststellung jedoch zwei grundsätzliche Frage-Bereiche:

Auf der EINNAHME-Seite bedarf es eines NACHVOLLZIEHBAREN Steuer-Systems, das vom Bürger auch als GERECHT und SOZIAL angesehen wird. Wie also kann man in einer DEMOKRATIE die Steuer-Normen entwickeln, ohne dass die kapitalstarken Kräfte unangemessen Einfluss nehmen können? Wie kann somit das Interesse der MENSCHEN über das Interesse des GELDES gestellt werden?

Auf der AUSGABEN-Seite ergibt sich natürlich auch die Frage nach mehr Bürger-Beteiligung. Zugleich müssen jedoch auch Regeln und Bewertungskriterien erarbeitet werden, die "gute" und "schlechte" Ausgaben überhaupt erkennbar und unterscheidbar machen. Gerade im Finanzbereich wird bislang viel zu viel hinter verschlossenen Türen "gemauschelt". Als Einstieg in eine Ausgaben-Disziplin wird es notwendig sein, eine Diskussion über das anzustoßen, was überhaupt "staatliche" Aufgabe sein soll. Es wäre somit ein Katalog zu erstellen, was MUSS-. SOLL- und KANN-Aufgaben des Staates sind. Und dann wird es natürlich auch notwendig werden, durch hinreichende Transparenz eine öffentliche Kontrolle der "Volksvertreter" zu ermöglichen.

Flankierend werden ordnungs- und strafrechtliche Vorschriften benötigt, die Auswüchsen und Verschwendungen entgegenwirken. Man darf nicht vergessen, dass Abgeordnete, Beamte und Verwaltungsmitarbeiter, die über das Geld der Steuerzahler verfügen dürfen, TREUHÄNDER fremden Vermögens sind. Erstaunlich ist doch, das jemand, der im Zivilrecht fremdes Geld verschwendet, eher belangt wird und werden kann, als wenn er dies mit weitaus größeren Beträgen der "öffentlichen Hand" tut. Von sich aus werden die Parteien jedoch keine schärferen dienst- und strafrechtlichen Vorschriften initiieren, da sie ja selbst betroffen sein könnten (werden). Es wird direkt-demokratischer Initiativen bedürfen, hier Handlungsdruck zu entwickeln.
Thomas W. Müller
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Datko

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Kredite sind Gift, man sollte ohne Kredite auskommen
« Antwort #14 am: 13.05.2012, 13:09 »
Mein Kommentar zu: http://www.regensburg-digital.de/uber-eurozwange-und-luxussteuer/08052012/

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Solides Wirtschaften ist für Privatpersonen, Betriebe und Staaten möglich

Zu 11.05.12 – 12:37, 20:42

Kredite sind Gift, man sollte ohne Kredite auskommen. Ein Großteil der aufgenommen Kredite sind unnötig, dies gilt für Privatpersonen, für Firmen und für die öffentliche Hand.

Je niedriger die Verschuldung ist, desto geringer sind die Zinsen für alle Schuldner, da das Anlagekapital weniger Abnehmer findet.
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
http://www.monopole.de