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Datko

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von Joachim Datko

Gläubige sollten regel­mäßig Urlaub von der Reli­gion und der Kirche nehmen

In einem längeren Erholungsurlaub kann man sich nicht nur gut erholen, sondern bekommt auch Abstand zur ständig wiederkehrenden Routine. Der Kopf wird freier und kann relativ unvoreingenommen die derzeitige Lebenssituation reflektieren. Dazu gehört auch die Überprüfung von im Alltag nicht überprüften Gewohnheiten wie z.B. religiösen Handlungen.

Glaubensinhalte werden in der Regel den Menschen von klein auf eingeprägt und durch ständige Wiederholung ins Gehirn eingebrannt.

Das Christentum und der Islam, die größten Religionen, setzen auf die Strategie der permanenten Kontrolle. Die Gläubigen werden der ständigen Indoktrination ausgesetzt, damit sie keinen kritischen Abstand zu den Glaubensinhalten bekommen können. Die Religionen versuchen, den Menschen von Anfang an die geistige Selbständigkeit zu nehmen und sie zu steuern. Typische Mittel dazu sind die Säuglingstaufe, christliche Kindergärten, Schulkreuze, Koranschulen und die Beschneidung von Jungen. Viele Gläubige bleiben bis zum Tode in der Zwangsjacke des Glaubens gefangen, in einem anachronistischen Weltbild von aggressiven Hirtenvölkern.

Streng gläubigen Menschen rate ich, sich einmal eine Auszeit vom Glauben zu nehmen und sich bewusst nicht an die eingeimpften Regeln zu halten. Es mag am Anfang schwierig sein, gegen solche Regeln zu verstoßen, es kann aber auch zu einem Gefühl der Befreiung führen. Außerhalb eines geistigen Gefängnisses warten neue Erfahrungen und ein gesteigertes Selbstbewusstsein. Je länger man im geistigen Gefängnis war, desto interessanter kann die neue Weltsicht werden. Die Welt ist vielfältig, Religionen sind Schmalspurstrassen aus einer längst vergangenen Zeit. Der Mensch ist nicht auf der Welt, um Vorbetern in häufiger Wiederholung uralte Texte nachzubeten.

Menschen, die zwar Mitglied einer Glaubensgemeinschaft sind, aber keinerlei innere Bindung zur Religion haben, brauchen keinen Urlaub vom Glauben, sie sind diesbezüglich geistig frei. Sie können dann auch den letzten Schritt, die formale Trennung, vollziehen. Hier in Regensburg haben im ersten Halbjahr dieses Jahres 493 Personen die beiden großen christlichen Kirchen verlassen.

Je öfter man religiöse Vorstellungen hat, desto dringender ist ein Urlaub von der Religion. Man sollte dann Riten und religiöse Texte meiden. Auch empfehle ich einen Wechsel der Umgebung. Urlaub in einem von einer anderen Religion dominierten Land kann den Horizont weiten. So können z.B. ein strenggläubiger Christ und ein strenggläubiger Muslim in der jeweils anderen Umgebung leichter erkennen, wie sich religiöse Indoktrination auswirkt und als geistige Zwangsjacke wirken kann.

Man sollte an der Ablösung nicht scheitern. Eine langsame Ablösung kann besser sein als ein unmittelbarer Bruch mit der Religion. Auch wenn man jahrzehntelang streng gläubig war, gibt es einen Weg zu einer relativen geistigen Selbstständigkeit, er kann auch mit kleinen Schritten begangen werden.

Menschen, die ihr bisheriges Leben auf einen Glauben ausgerichtet haben, sollten eine eventuelle Ablösung sehr vorsichtig, aber zielgerichtet, angehen.
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
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