Autor Thema: Immer Ärger mit der Energie  (Gelesen 2737 mal)

Evoluzzer

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Immer Ärger mit der Energie
« am: 03.02.2013, 10:50 »
Immer Ärger mit der Energie – immer Subventionen für die Energie?

Ich finde, wer grundsätzliche Kritik an der heutigen Subvention der regenerativen Energien übt, der möge dann auch möglichst realistische Alternativen vorschlagen. Sollen die AKW’s weiterlaufen oder gar neue gebaut werden? Wie soll das dann bezahlt werden? Durch den Verbraucher über den Strompreis, oder mit unseren Steuergeldern und neuen Staatsschulden per Subventionen an Energie-Konzerne? Das gilt auch für die Folgekosten, wie z.B. Atommüll oder die kaum bezahlbaren Kosten eines evtl. GAU’s, wenn nicht gerade ein Meer in der Nähe ist, in das man einfach große Teile der Radioaktivität hineinschwemmen und vom Wind hineinwehen läßt und dort verantwortungslos „entsorgt“ (Japan).

Also, wie soll das dann grundsätzlich und überwiegend bezahlt werden?

Bisher wurde die Atom-Energie mit unzähligen Steuermilliarden hochgepäppelt, um jetzt wird mit weiteren Milliarden versucht, diese wieder los zu werden. So bleibt das Geld wenigstens im Umlauf, könnte man ironisch meinen.

Die Mär vom billigen Atomstrom

Nach meiner Erinnerung wurde Energie eigentlich schon immer subventioniert. Die deutsche Kohle über den „Kohlepfennig“ im Strom-Preis, hauptsächlich aber durch direkte Subventionen an den Kohlebergbau. Daß Milliarden in die Atomkraft über Subventionen, die letztlich den Großkonzernen zugute kamen, mit unseren Steuergeldern und mit neuen, zu verzinsenden Staatsschulden flossen, dürfte hinreichend bekannt sein. Nur deshalb ist der Atomstrom-Preis vergleichsweise billig, den Rest bezahlen wir über unsere Steuern und Staatsschulden und Zinsen auch auf Kosten nächster Generationen. Langfristig wird sich dieser Strom wegen der Folgekosten wohl als der teuerste aller Zeiten herausstellen. Es sollten also auch immer die Kosten mit hinzugerechnet werden, die von den Kraftwerksbetreibern nicht getragen werden. Bei den fossilen Kraftwerken gehören da auch die Kosten für die Folgen der Feinstaub-Belastung (Atemwegserkrankungen) dazu.

Was wollen also die Kritiker? Daß monopol-ähnliche Großkonzerne zentral mit unseren Steuergeldern und Staatsschulden weiterhin Subventionen erhalten – oder dass eben dezentral Hausbesitzer (Solarstrom) und Nicht-Großkonzerne (Windkraft, Biogas) über den zu vergütenden und zu bezahlenden Strompreis zeitweise subventioniert werden? Oder welche Wege gibt es noch?
Sollte man die "Energie-Wende" nicht als Chance begreifen, sich etwas von den monopol-ähnlichen Energie- und Rohstofflieferanten unabhängiger zu machen?

Ohne Moos nix los und ohne Strom läuft nix

Wer keine „Energiewende“ will, der will wohl, dass das einfach so weiterläuft wie im vergangenen Jahrhundert. Der nimmt aber auch in Kauf, dass die Monopol-Strukturen bzw. monopol-ähnliche Strukturen im Energie-Bereich erhalten bleiben.  Der sollte das aber auch klar sagen, wenn er an den heutigen Versuchen hin zur „Energiewende“ herummäkelt.
Wer die „Energiewende“ aber will, wäre es hier hilfreich, Alternativ-Vorschläge zu machen, wie das bezahlt werden soll. Das Schimpfen auf den „bösen“ Nachbarn, der auf seinem Dach Solar-Strom erzeugt, hilft hier nicht weiter. Der macht zwar ein Geschäft, das momentan hauptsächlich die Haushalte und kleinere Betriebe über den Strompreis bezahlen. Für Investoren ist aber eine Rendite auf das eingesetzte Kapital auch in einer „sozialen“ Marktwirtschaft üblich, sonst wird nicht investiert und das Geld bleibt verzinslich auf der Bank liegen. Eine Investition in Sachanlagen muß also mindestens die Geldanlage-Rendite bei einer Bank bringen, sonst wird normalerweise nicht investiert.
Zurück zu unseren Nachbarn: Wirklich reich wird der „Nachbar“ dabei nicht - im Gegensatz zu Konzernen, die Subventionen mit unseren Steuergeldern erhielten und noch erhalten (Atomstrom-Folgekosten etc.)!

Mit dem Solarstrom „sichern wir also Arbeitsplätze in China“ (nur was viele Solar-Strom-Module betrifft), mit Öl, Gas und Uran sichern wir die Arbeitsplätze in Russland und Arabien, und mit Windstrom vermutlich meist die Arbeitsplätze in Deutschland. Wollen wir meist ausländische monopol-ähnliche Rohstofflieferanten (Öl, Gas, Uran) weiter dauerhaft unterstützen oder wollen wir etwas weniger Abhängigkeit?

Wie soll die „Energiewende“ finanziert werden?

Nachdem nun versucht wurde, das Grundsätzliche aufzuzeigen, ist es normal, dass man über den möglichst besten Weg einer „Energie-Wende“ diskutiert, wenn man diese auch wirklich haben will. Diese „Energie-Wende“ muß bezahlt werden, denn von alleine macht das der Markt leider nicht, weil dieser im Kapitalismus auf die Erzielung von Kapitalertrag ausgerichtet ist und nicht nach ökologischen Notwendigkeiten.  Wie soll diese nun finanziert werden, über direkte Subventionen oder indirekt über den Strompreis, oder einem Mix aus beiden?

Subventionen bergen grundsätzlich die Gefahr von Marktverzerrungen. Was z.B. macht es aber für einen Sinn, den Konzernen die Netz- und „Energiewende“-Umlagen auf den Strompreis zu erlassen und diese auf den Strompreis für Haushalte und kleinere Betriebe aufzuschlagen? Da wird das Ganze dann noch mehr verzerrt. Und so was beschließen dann jene Politiker, die ganz besonders den „liberalen freien“ Markt in Sonntagsreden loben.

Energieverschwender Großbetriebe

Die Großbetriebe verbrauchen etwa 2/3 des Stroms. Hier sind doch wohl die größten Möglichkeiten gegeben, Energie einzusparen. Mit meinen paar (Quecksilber-) „Energiespargiftlampen“ etc. als Privatverbraucher kann ich also nicht wirklich zur allgemeinen Energie-Einsparung und „Energiewende“ entscheidend beitragen. Das können logischerweise immer nur diejenigen, die auch viel Strom verbrauchen, denn dort bestehen auch die größten Einspar-Möglichkeiten.
Wegen der erheblichen Einsparpotentiale und damit auch Strom-Kosteneinsparpotentiale dürfte das auch von den Großbetrieben finanzierbar sein. Das scheint mir momentan nicht an den Kosten, sondern an der dort fehlenden geistigen Flexibilität zu scheitern. Und was soll man nun von Großbetriebs- und Wirtschaftsführern halten, denen es an geistiger Flexibilität im rohstoffarmen Standort Deutschland fehlt? Zumal diese geistige Unflexibilität noch staatlich unterstützt wird durch die genannten Strom-Preisnachlässe für Großunternehmen, die mangels finanzieller Anreize ein dortiges Umdenken bremsen.

Optimaler Energie-Mix

Wie hoch sollte ungefähr der (noch teure) Solarstrom-Anteil nach einer „Energiewende“ sein, wenn z.B. mal der Wind nicht weht? Wie sollte also ungefähr der optimale „Energie-Mix“ aussehen, der die alten, oft monopol-ähnlichen Energie-Strukturen ablösen soll?

Wie soll der Kraftwerkspark aussehen, wenn die regenerativen Energien natürlicherweise  mal nicht ausreichend Strom liefern (z.B. Gas- u. Kohlekraftwerke als zeitweisen Ersatz) und wie sollen diese bezahlt werden (durch den zeitweisen Stillstand wird deren Strom teurer) ?
Man  sollte doch auch meinen, dass in einem High-Tech-Standort wie Deutschland die verschiedenen Strom-Erzeugungsarten so gesteuert werden können, dass möglichst immer die richtige Menge zur jeweiligen vorhersehbaren Strom-Bedarfszeit erzeugt wird. Ansonsten entsteht noch mehr Ärger mit der Energie.

Wie groß ist überhaupt der Lobby-Einfluss der monopol-ähnlichen Energie-Konzerne in der Politik?

Für viele der Einzelfragen sind eigentlich Leute zuständig, die dafür von uns Steuerzahlern bezahlt werden. Ich finde, diese sollten endlich mal ihre Hausaufgaben machen. Sonst entsteht nämlich erst recht noch mehr Ärger mit der Energie ....

TWMueller

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Re: Immer Ärger mit der Energie
« Antwort #1 am: 03.02.2013, 12:33 »
Im Grunde ist die ganze Diskussion bereits ein strategisches Mittel der ABLENKUNG von den wirklichen Fragen und Problemen.

Ein Interesse am Verbrauch ENDLICHER RESSOURCEN haben im Endeffekt nur diejenigen, die diese VERKAUFEN wollen. Dem VERBRAUCHER wird ein künstliches Interesse suggeriert, in dem man ihm einzureden versucht, Alternativen seien viel zu teuer. Ein kurzfristiges Interesse an BEZAHLBARER Energie soll davon ablenken, wie die ENERGIE-KONZERNE langfristig ihre (hohen) EINNAHMEN sichern wollen. Welcher Energieversorger hätte schon ein Interesse daran, eine Technik zu entwickeln, die die Bevölkerung mit billiger Energie versorgt und an der es nicht mehr viel zu verdienen gibt?

Es wird aber auch viel mit den angeführten Zahlen getrickst. So werden riesige Beträge angeführt, die zunächst INVESTIERT werden müssen. Kaufmännisch jedoch oft völlig falsch. Eine INVERSTITION ist über die NUTZUNGSDAUER ABZUSCHREIBEN. Es ist üblicher Weise nicht so, dass Kunden ARBEITSMITTEL u.ä. VORFINANZIEREN.

Wenn also eine NEUE STROM-TRASSE gebaut werden muss, wäre es nur zulässig, die KÜNFTIGEN NUTZUNGSKOSTEN (inkl. Abschreibung) den DURCHLEITUNGSENTGELTEN gegenüber zu stellen. Und nur, wenn diese dann nicht mehr angemessen wären, dürfte der ANTEIL für die STROM-BEFÖRDERUNG angemessen angepasst werden. Wie hoch die Investitionen sind, spielt zunächst KEINE Rolle. Im Gegenteil, mehr Kosten für eine länger nutzbare Lösung können sogar zu geringeren Betriebskosten pro Abrechungseinheit führen.

Leider fallen die meisten Bürger jedoch auf die Ablenkungen der Energiewirtschaft herein. Sie diskutieren, ob ein Kabel des Windparks links oder rechts verlaufen soll. Man führt Scheingefechte darum, ob man nicht doch länger die Atomkraftwerke betreiben müsste. Und wenn die Bevölkerung dann richtig in Angst ist, wird eine leider TEURE Alternative angeboten. Und die Industrie kann sich nicht nur die ENTWICKLUNGSKOSTEN (teilweise) finanzieren lassen, der VERBRAUCHER schluckt auch noch die unangemessendsten PREISERHÖHUNGEN.

Das KERN-PROBLEM ist doch nicht, ob irgendwo ein Windrad gebaut werden soll, ob die Stromleitung über- oder unterirdisch erfolgt oder ob für neue Techniken eine ANSCHUB-Finanzierung sinnvoll ist. Das HAUPTPROBLEM liegt in der unüberschauberen VERFLECHTUNG von POLITIK und WIRTSCHAFT. Es liegt darin, dass der EINZELNE BÜRGER, aber auch BÜRGER-INITIATIVEN überhaupt KEINE MÖGLICHKEIT haben, auf SACH-Fragen einzuwirken. Alle 4 Jahre ein Kreuzchen bei einer Partei, deren Listenbesetzung man nicht beeinflussen kann, muss als DEMOKRATIE genügen. Das Ergebnis wird nun zunehmend sichtbar. Die PARTEIEN haben sich längst von wahren Leben abgekoppelt. Der Bürger ist zum Statisten geworden. Die "große" Politik muss sich ja um die "großen" Finanzfragen und die "große" Wirtschaft kümmern.

Die Bürger sollten anfangen, MEHR DEMOKRATIE zu fordern.
Und die Bürger sollten jede Möglichkeit zu einer DEZENTRALISIERUNG nutzen. Je WENIGER MONOPLE, desto besser. Wenn es flächendeckend immer mehr regionale Lösungen, z.B. per Kraft-Wärme-Kopplung in Block-Heiz-Kraftwerken, gibt, wird der GROSS-INDUSTRIE mehr und mehr EINFLUSS entzogen. Die Vielfalt des Kleinteiligen hat zudem von der Betriebssicherheit bis zur Preisbegrenzung zahlreiche, auch strategische, Vorteile.

Warum wird denn immer wieder der WETTBEWERB als die anzustrebende Lösung propagiert? Weil genau dies dem EVOLUTIONS-PRINZIP der NATUR entspricht. Nur WETTBEWERB denkbarer ALTERNATIVEN bringt die VOR- und NACHTEILE einzelner LÖSUNGSANSÄTZE deutlich ans Licht. BÜROKRATISCHE GLEICHMACHEREI nutzt nur den MÄCHTIGEN.

Ein FRIEDLICHES EUROPA ist etwas TOLLES. Aber muss deshalb gleich ALLES geregelt und genormt werden? Brauchen wir wirklich Richtlinien für jeden Bereich des Lebens? Wäre nicht vielmehr ein EUROPA DER VIELFALT genau das, was KREATIVITÄT fördert? Wenn ich nette Nachbarn habe, muss ich doch nicht auch mit diesen gemeinsam kochen.

Lassen Sie sich daher nicht durch SCHEIN-Diskussionen davon ablenken, dass die GROSS-INDUSTRIE schlicht EIGENE INTERESSEN verfolgt. Fragen Sie doch einfach mal: "QUI BONO ?" (Wem nutzt es ?)

Und dann kommt man vielleicht ganz von selbst zu dem Ergebnis, dass die vielleicht etwas unvollkommene EIGENE LÖSUNG besser ist, als die FREMDEN ANGEBOTE, die zu einem Leben im "goldenen Käfig" verführen sollen. Setzen SIE sich dafür ein, dass z.B. Stadtwerke in KOMMUNALER Hand bleiben. Lernen Sie aus den negativen Entwicklungen am Strom-"Markt" und verhindern Sie, dass z.B. die WASSER-Versorgung "privatisiert" wird. Auf den ersten Blick scheinbar ein Widerspruch. Eben habe ich gefordert, Monopole abzubauen und jetzt spreche ich mich für eine KOMMUNALE Wasserversorgung aus? Ja, weil der Wettbewerb der Kommunen, der Stadtwerke viel verbraucherfreundlicher funktioniert, als wenn GEWINN-Interessen großer WASSER-Konzerne nur einen SCHEIN-Markt offerieren. Den Chef der Stadtwerke kann man recht leicht feuern, die Abhängigkeit von GROSSKONZERNEN jedoch nur schwer wieder beseitigen. WEHRET DEN ANFÄNGEN.
« Letzte Änderung: 03.02.2013, 12:39 von TWMueller »
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Re: Immer Ärger mit der Energie
« Antwort #2 am: 03.02.2013, 15:00 »
Ich finde, wer grundsätzliche Kritik an der heutigen Subvention der regenerativen Energien übt, der möge dann auch möglichst realistische Alternativen vorschlagen. Sollen die AKW’s weiterlaufen oder gar neue gebaut werden? Wie soll das dann bezahlt werden? Durch den Verbraucher über den Strompreis, oder mit unseren Steuergeldern und neuen Staatsschulden per Subventionen an Energie-Konzerne?

Zur Zeit werden bei den Strompreisen die Armen durch Wohlhabende ausgebeutet



Durch Subventionen werden in der Regel Fehlentwicklungen eingeleitet.


Das gilt auch für die Folgekosten, wie z.B. Atommüll oder die kaum bezahlbaren Kosten eines evtl. GAU’s, wenn nicht gerade ein Meer in der Nähe ist, in das man einfach große Teile der Radioaktivität hineinschwemmen und vom Wind hineinwehen läßt und dort verantwortungslos „entsorgt“ (Japan).

Also, wie soll das dann grundsätzlich und überwiegend bezahlt werden?

Bisher wurde die Atom-Energie mit unzähligen Steuermilliarden hochgepäppelt, um jetzt wird mit weiteren Milliarden versucht, diese wieder los zu werden. So bleibt das Geld wenigstens im Umlauf, könnte man ironisch meinen.

- Es gibt keinen Atommüll, es gibt Elemente, bzw. Isotope, die radioaktiv sind.

- Gerade in Japan hat man gesehen, dass auch schwerste Störungen, nicht zu einer Katastrophe führen müssen. Es ist kein Todesfall bekannt.

- Leider wird bei Radioaktivität nicht differenziert. Es gibt nur das in der Öffentlichkeit aufgeführte Geschrei: "Radioaktivität", "Radioaktivität". Es ist hier nicht der Ort, um auf die physikalischen Details ausführlich einzugehen. In Chernobyl  kann man heute, knapp 30 Jahre nach der Katastrophe, schon als Tourist gegen eine Gebühr mit einem Busunternehmen in die 30 km Sperrzone fahren.
« Letzte Änderung: 03.02.2013, 19:42 von Datko »
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
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Re: Immer Ärger mit der Energie
« Antwort #3 am: 06.02.2013, 20:40 »
- Es gibt keinen Atommüll, es gibt Elemente, bzw. Isotope, die radioaktiv sind.

- Gerade in Japan hat man gesehen, dass auch schwerste Störungen, nicht zu einer Katastrophe führen müssen. Es ist kein Todesfall bekannt.

- Leider wird bei Radioaktivität nicht differenziert. Es gibt nur das in der Öffentlichkeit aufgeführte Geschrei: "Radioaktivität", "Radioaktivität". Es ist hier nicht der Ort, um auf die physikalischen Details ausführlich einzugehen. In Chernobyl  kann man heute, knapp 30 Jahre nach der Katastrophe, schon als Tourist gegen eine Gebühr mit einem Busunternehmen in die 30 km Sperrzone fahren.

zu 1.
Es gibt zweifelfrei ABFALL / MÜLL, der durch den Betrieb von ATOM-Kraftwerken entsteht. Diese GESUNDHEITS-GEFÄHRDENDEN Abfallstoffe als "Atom-Müll" zu bezeichnen, erachte ich UMGANGSSPRACHLICH als durchaus zulässig.
Dem "Normal-"Bürger kann und muss es zudem völlig gleichgültig sein, wovon eine mögliche Gefahr ausgeht. Er hat ein ANRECHT darauf, nicht mehr als NOTWENDIG und ANGEMESSEN beeinträchtigt oder gefährdet zu werden.

zu 2.
Also, wenn man die Ereignisse in Fukuschima nicht als "KATASTROPHE" bezeichen will, wann sonst wäre dieser Begriff gerechtfertigt? Wenn Millionen Menschen ihre Häuser verlassen müssen, wenn landwirtschaftliche Produkte ganzer Regionen nicht mehr gehandelt und verzehrt werden dürfen, dann nenne zumindest ICH dies eine "Katastrophe".
Und wer sonst als Japan weiß besser, dass STRAHLUNGSSCHÄDEN oft erst nach Jahren zu Krankheiten und Todesfällen führen. Von Schädigungen des ERBGUTS mal ganz abgesehen.

zu 3.
Es trifft zu, dass STRAHLEN-Schäden von der INTENSITÄT und der EINWIRKDAUER abhängig sind. Wer somit nur mal KURZZEITIG an einem strahlenden Mahnmal vorbeifährt, wird wohl nicht unmittelbar mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen rechnen müssen. Aber wer würde dort länger verweilen oder gar Urlaub machen? Wohl nur Lebensmüde.

MIR sind zudem wissenschaftliche DETAILS, warum ein Stoff schädlich oder giftig ist, zunächst ziemlich egal. Wenn z.B. eine Pflanze GIFTIG ist, esse ich sie nicht. Mir reicht zunächst die WARNUNG vor dem GIFT. Wer dann Näheres wissen will, kann sich mit den Details befassen und untersuchen, welche Giftstoffe genau enthalten sind und wie diese auf den Organismus wirken.

Und, wer glaubt, man könne die Probleme der "strahlenden" Abfallstoffe so einfach in den Griff bekommen, möge sich nur mal über die Probleme rund um das Lager "ASSE" informieren. Hier kommen MILLIARDEN Belastungen auf die Steuerzahler zu. Nur die GEWINNE haben zuvor mal wieder ANDERE gemacht.

Was also ist falsch daran, wenn man fordert, dass die KOSTEN auch von denjenigen zu tragen und einzukalkulieren sind, die die ERTRÄGE einstreichen?
« Letzte Änderung: 06.02.2013, 20:43 von TWMueller »
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