Autor Thema: Ich ärgere mich auch über die Stadtwerke  (Gelesen 2516 mal)

Datko

  • Administrator
  • Sr. Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3024
Mein Kommentar zu: http://www.stimme.de/suedwesten/wirtschaft/art16450,2208790,B#anker

=====

Ich ärgere mich auch über die Stadtwerke

Gegen Stadtwerke kann man sich kaum wehren, da selbst andere Betroffene zu den Stadtwerken halten.

Für viele Bürger ist die öffentliche Hand eine heilige Kuh, die öffentliche Hand ist für sie immer im Recht, der Bürger soll sich gefälligst fügen. Da haben wir noch weitgehend den alten Obrigkeitsstaat.
« Letzte Änderung: 07.08.2011, 18:22 von Datko »
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
http://www.monopole.de

TWMueller

  • Sr. Mitglied
  • ****
  • Beiträge: 471
  • Freiheit heißt, entscheiden können.
    • SchornsteinFegerRechts-Reform
Gute Bürger sind nicht brav.
« Antwort #1 am: 08.08.2011, 09:52 »
Wären alle Menschen immer "brav" gewesen und hätten nur das gedacht, was ihnen vorgedacht wurde und nur getan, was andere vor ihnen auch schon getan haben, wir würden heute noch in Höhlen um's Feuer sitzen.

Fortschritt ist immer auch ein Ausbruch aus alten Pfaden. Und Fortschritt beginnt im Kopf. Es gab Menschen, die das alte Post-Monopol für falsch hielten. Aus einem Gedanken wurde eine Forderung. Aus der Forderung eine zaghafte Marktöffnung. Aus den ersten Anfängen ein freier(er) Markt. Und hat diese Entstaatlichung geschadet? Mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil, die rasante Entwicklung im Bereich der Telekommunikation und Information wäre ohne Marktöffnung, Konkurrenz und Vielfalt im Angebot nicht denkbar.

Im Bereich der Energieversorgung hat diese Entwicklung gerade erst begonnen. Aber sie wird nicht aufzuhalten sein. Langsam kommt in den Köpfen der Bürger an, dass sie mit ihrer Wahlmöglichkeit auch eine Macht am Markt sind. Eine Regierung kann man nur alle vier Jahre wechseln, den Energieversorger jedoch spätestens bei der nächsten Preiserhöhung.

Es gibt nicht mehr die allmächtige Post und auch die Übermacht der Energiekonzerne wird abgebaut werden, je mehr Mitbewerber auf dem Markt sind und je vielfältiger auch das Angebot der Systeme wird. Je mehr dezentrale Angebote aufgebaut werden, desto leichter fällt das Wechseln. Aber auch bei der Entwicklung der Möglichkeiten, Energie zu erzeugen bzw. umzuwandeln, stehen wir erst am Anfang. Es braucht hierzu noch nicht einmal staatliche Fördergelder. Es würde bereits ausreichen, wenn die Politik endlich die Bevorzugung grosser Konzerne abbaut und überzogene Bürokratie beseitigt.

Von sich aus werden unsere Politiker jedoch leider nicht tätig, wie man an zahlreichen Beispielen belegen kann. Es braucht die "unbraven" Bürger, die nicht gleich in eine gebeugte Haltung verfallen, wenn sie ein "Amt" betreten. Vielleicht sollten sich manche "braven" Bürger einmal klar machen, dass sie im Grunde jede Behörde als "Chef" betreten. Immerhin ist es die alleinige Aufgabe jeder öffentlichen Verwaltung, dem Volk und somit ALLEN Bürgern zu dienen. Und es sind eben diese Bürger, die mit ihren Steuern und Abgaben die Verwaltung finanzieren.

Also bitte daran denken: Der Bürger ist nicht für die Politiker und Ämter da, ALLE staatlichen Stellen und Institutionen bestehen nur zum Wohl der Bürger. Wir Bürger sind die "Aktionäre" des Staates. Wir sind die Inhaber, die Chefs. Und Chefs brauchen vor Angestellten nicht buckeln. Gute Bürger müssen nicht brav sein.
Thomas W. Müller
Tel.: (06134) 564620
Mail: politik@twmueller.de
(Ich freue mich immer über persönliche Kontakte)