Autor Thema: Vorsicht Preistreiberei bei "Energiesparlampen" zu erwarten  (Gelesen 3016 mal)

Datko

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Siehe: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/kommentar/Kommentar;art13612,700660

Aus einer Alternative zur Glühlampe wird durch Politiker und Behörden der Zwang, nur noch Energiesparlampen zu verwenden.






Joachim Datko - Physiker, Philosoph
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Re: Zwang zur "Energiesparlampe"
« Antwort #1 am: 02.09.2011, 05:08 »
Es ist bereits ein erheblicher Denkfehler, wenn man bei Leuchtmitteln die Auswahlkriterien lediglich auf deren Energieverbrauch reduziert. In mancher Abstellkammer wäre eine klassische Glühlampe weitaus preisgünstiger in Anschaffung und Betrieb. Wenn man zudem etwas über den Tellerrand der eigenen Stromrechnung hinausblickt, wird der Unsinn des Glühlampenverbots noch deutlicher. Die Herstellung einer "Energiesparlampe" ist auch energetisch auswendiger, als die Produktion einer Glühbirne. Hierdurch verschiebt sich die Nutzungsdauer, ab der ggf. eine positive Energiebilanz der "Energiesparlampe" eintritt, noch weiter nach hinten. Und wenn dann auch noch die Entsorgung berücksichtigt wird, muss eine Glühlampe schon sehr lange leuchten, damit sie gesamtenergetisch schlechter abschneidet.

Aber diese Überlegungen lenken vom eigentlichen Problem einer derartigen "Gesetzgebung" völlig ab. Mit welchem Recht maßen sich eigentlich "unsere" Politiker an, in immer mehr Lebensbereichen für die Bürger zu entscheiden?

Es ist doch nicht etwa ein besonderes Risiko, das von Glühlampen ausgeht, dass einen Gesetzgeber veranlassen würde, zum Schutz der Bevölkerung ein "gefährliches" Produkt zu verbieten oder notwendige Regelungen zu erlassen. Es ist eine Zwangsmissionierung, die uns zwingen soll, einer bestimmten Bewertung zu folgen. Es wird zudem nicht etwas ein politischer Anreiz geschaffen, sich ggf. "vernünftig" zu verhalten. NEIN! Es wird mit dem Mittel des VERBOTS das schärfte Mittel ausgepackt, dass der Politik zur Verfügung steht. Eine Steigerung wäre nur noch denkbar, wenn die Benutzung von Glühlampem bußgeldbewehrt verboten würde und der Bezirks-Elektriker das Recht bekäme, deutsche Wohnungen auf die Verwendung "erlaubter" Leuchtmittel hin zu kontrollieren. Undenkbar? Manche Auswüchse europäischer Regelungswut wären mir vor 10 oder 20 Jahren auch noch als utopisch vorgekommen.

Und das besonders gefährliche an diesen Tendenzen ist, dass derartige "Verbote" schleichend aus Brüsseler Bürokratenkreisen an ordentlichen Gesetzgebungsverfahren vorbei erfolgen. Wessen Rechte werden hier eigentlich eingeschränkt? Nur die Rechte der Hersteller und des Handels? Nein, die Selbstbestimmungsrechte jedes einzelnen Bürgers! Aber, obwohl diesem theoretische ein Grundrecht die "freie Entfaltung der Persönlichkeit" garantiert, kann er sich gegen derartige Beschränkungen durch die Hintertür kaum wehren. Vor welchem Gericht könnte ein Bürger sein Recht auf Kauf einer Glühlampe denn durchsetzen? Darf ich als deutscher Bürger, der selbst darüber entscheiden will, wann welches Leuchtmittel das preisgünstigste und energetisch sinnvollste ist, Glühbirnen per Versandhandel aus den USA beziehen?

Wo ist die Grenze, bis zu der ein Gesetzgeber etwas verbieten darf, um die Gemeinschaft zu schützen? Wo ist die Grenze, bei deren Überschreitung aus einem rechtmäßigen Gesetz eine rechtswidrige Bevormundung wird? Wo ist die Grenze zwischen "sinnvoll" und "notwendig"?

Wenn dem Bürger alles vorgeschrieben werden soll oder darf, was bestimmte Kreise als Vordenker für "sinnvoll" erachten, wir landen ungebremst in einer Diktatur. Das Volk wird immer mehr daran gewöhnt, dass "kluge" Politiker schon des Richtige entscheiden. In Salamitaktik werden individuelle Freiheiten immer stärker beschnitten. Die Kunst dabei ist es, immer etwas unterhalb der Schmerzgrenze zu bleiben, ab der die Bürger tatsächlich aufbegehren würden. Natürlich muss trotz Glühlampenverbots niemand im Dunken sitzen. Aber ein Stück Entscheidungsfreiheit des Bürgers bleibt auf der Strecke. Big brother denkt für Euch!

Es wird in ein paar Jahren interessant sein, die Energieverbrauchsbilanzen der europäischen Staaten zu analysieren. Wieviel Strom wurde durch das Verbot der Glühlampen tatsächlich eingespart? Wurde nicht mit grossem Auswand ein Mini-Nutzen generiert? Leider ist zu befürchten, dass die trägen Bürger sich dann längst an das "neue" System gewöhnt haben werden und schweigend bereit sind, die Auswüchse politischer Bevormundung hinzunehmen. Wir opfern ein großes Stück individueller Lebensgestaltung und bürgerlicher Freiheit, um einen zweifelhaften Energienutzen zu erhalten. Gewinner wird jedoch weder die Umwelt, noch der freiheitsberechtigte Bürger sein. Gewinner sind die Industriellen, die uns ihre teureren Produkte verkaufen wollen und die Neuentwicklungen am liebsten mit finanzieller Beteiligung des Steuerzahlers vornehmen wollen. Das Kapital hat sich wieder einmal gegen Vernunft und Bürgerrecht durchgesetzt.

Jeder Einzelne möge seine Augen offen halten. Wo wird aus "Notwendigkeit" eine "Diktatur der Vernunft"? Wieviele Salamischeiben, die von den individuellen Freiheitsrechten abgeschnitten werden, werden die Bürger akzeptieren, bevor sie merken, welcher Anteil der Gesamtwurst längst verloren wurden? Es wird Zeit, laut und vernehmlich "STOP" zu sagen. Manches mag zwar sinnvoll sein, aber die Qualität des Lebens besteht zum Teil auch im Recht auf Unvernunft.
Thomas W. Müller
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(Ich freue mich immer über persönliche Kontakte)