Autor Thema: Der massenhafte Ausbau von Photovoltaik ist unvernünftig  (Gelesen 3674 mal)

Datko

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Mein Kommentar zu: http://www.regensburg-digital.de/noch-ne-demo-greenpeace-tragt-energiewende-zu-grabe/29032012/


Der massenhafte Ausbau von Photovoltaik ist unvernünftig und belastet die Menschen massiv!

Subventionen setzen die Regelungfunktion des Geldes außer Kraft und führen zu massiven Fehlinvestitionen, man denke nur an die Kohleförderung. Subventionen sind Gift für vernünftiges Handeln.
« Letzte Änderung: 30.03.2012, 10:12 von Datko »
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
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Subventionen setzen die Regelungfunktion des Geldes außer Kraft und führen zu massiven Fehlinvestitionen, ...
Subventionen sind Gift für vernünftiges Handeln.

Übersetzen wir den Begriff "Subventionen" doch mal ins Deutsche: "Fördermittel" oder "Staatliche Umverteilung".

Und so vielfältig "der Staat" Gelder ausgibt, so vielfältig ist die Frage des Nutzens. Im Grund ist ja bereits die Finanzierung von Schulen die Umverteilung von Geldern von Nicht-Eltern an Eltern und Kinder. Eine Förderung von Universitäten ist eine Investition in die Leistungsfähigkeit der (wirtschaftlichen) Bevölkerung in der Zukunft.

Eine Formulierung "Subventionen führen zu massiven Fehlinvestitionen" ist somit bereits nach den Gesetzen der Logik unzutreffend, da sie IMMER und für ALLE Arten staatlicher Fördermittel gelten müßte, um wahr zu sein. Bereits EINE sinnvolle Subvention macht die Aussage jedoch unwahr. Man muss die Aussage somit zumindest etwas umformulieren in: "können zu ... führen"

Gemeint ist sicher jedoch auch nicht die staatliche Förderung in JEDER ART. Bezogen auf FOTOVOLTAIK mag die Frage nach Sinn, Zielgruppe, Art und Höhe einer staatlichen Förderung jedoch durchaus gerechtfertigt sein. Aber immerhin hat sie zu einem relativ hohen Entwicklungsstand dieser Technik geführt und ganz nebenbei viele Gebäudeeigentümer erst zum Nachdenken über Energiefragen geführt. Der erste Schritt war somit nicht ganz schlecht.

Aber im Sinne eines wirtschaftlichen Regelkreises erfordert jedes erreichte Teilergebnis eine Neubeurteilung der Planung. Vielleicht wäre es somit jetzt an der Zeit, dezentrale Lösungen wie Blockheizkraftwerke oder Geothermie ebenso "anzustoßen". Die Lösung der Energiefrage wird sicher nicht in EINER Erzeugungsvariante liegen. Es wird eher die VIELFALT der Systeme und Standorte sein, die sich gegenseitig herausfordern und durch die ENTFLECHTUNG auch zur Energiesicherheit beitragen werden.

Wenn gesagt wurde: "Subventionen sind Gift für vernünftiges Handeln" so würde dies nur dann stimmen, wenn sich die Menschen IDEAL und VERNÜNFTIG verhalten würden. Aber wir alle dürften es noch aus unserer Schulzeit kennen. Kaum ein Schüler lernt in weiser Voraussicht "für sein späteres" Leben. Manche wollen den Eltern oder Lehrern gefallen, andere sind im Wettstreit mit Gleichaltrigen. Manche neugierig. Aber vergessen wir nicht die "kleinen Subventionen", wenn die Eltern für die nächste EINS in der Klassenarbeit eine "Prämie" aussetzen. Die 10 Euro für die gute Note sind doch auch eine "Subvention". Sie sind jedoch kein Gift für vernünftiges Handeln, sie fördern dies eher, indem sie dazu beitragen, den "inneren Schweinehund" zu überwinden.

Und das, was an o.a. Beispiel für Kinder gilt, ist im "wahren" Leben auch auf einen Großteil der Bevölkerung zu übertragen. Jeder mag selbst mal einen kleinen Versuch machen. Halten Sie den Daumen einige Zentimeter vor die Augen. Der "kleine" Daumen wird leicht auch "große" Häuser in der Entfernung abdecken. Und ebenso ist es mit Belohnungen und Nutzen. Was näher ist, wirkt (größer) stärker. Eine KLUGE Subventionspolitik würde daher mit "kleinen" Belohnungen im JETZT dazu betragen, dass der "träge Mensch" sich Vorteile für die "ferne" Zukunft schafft.

Die Natur arbeitet eben mit Belohnung und Bestrafung, mit LUST und FRUST. Und mancher sture Esel ist nur mit Hilfe einer Möhre aus dem Regen in den trockenen Stall zu locken.
« Letzte Änderung: 30.03.2012, 10:12 von Datko »
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Übersetzen wir den Begriff "Subventionen" doch mal ins Deutsche: "Fördermittel" oder "Staatliche Umverteilung".

Und so vielfältig "der Staat" Gelder ausgibt, so vielfältig ist die Frage des Nutzens. Im Grund ist ja bereits die Finanzierung von Schulen die Umverteilung von Geldern von Nicht-Eltern an Eltern und Kinder. Eine Förderung von Universitäten ist eine Investition in die Leistungsfähigkeit der (wirtschaftlichen) Bevölkerung in der Zukunft.

Hier meine ich die durch Gesetz erzwungene Subvention der Photovoltaik durch die Stromkunden. Mittlerweile liegt eine Last von über 4 Cent pro kWh (inkl. MwSt.) auf den Strompreisen in Deutschland, zum Großteil durch die Photovoltaik verursacht. Unsere Strompreise könnten wesentlich niedriger sein.

Gemeint ist sicher jedoch auch nicht die staatliche Förderung in JEDER ART. Bezogen auf FOTOVOLTAIK mag die Frage nach Sinn, Zielgruppe, Art und Höhe einer staatlichen Förderung jedoch durchaus gerechtfertigt sein. Aber immerhin hat sie zu einem relativ hohen Entwicklungsstand dieser Technik geführt und ganz nebenbei viele Gebäudeeigentümer erst zum Nachdenken über Energiefragen geführt. Der erste Schritt war somit nicht ganz schlecht.

Aber im Sinne eines wirtschaftlichen Regelkreises erfordert jedes erreichte Teilergebnis eine Neubeurteilung der Planung. Vielleicht wäre es somit jetzt an der Zeit, dezentrale Lösungen wie Blockheizkraftwerke oder Geothermie ebenso "anzustoßen". Die Lösung der Energiefrage wird sicher nicht in EINER Erzeugungsvariante liegen. Es wird eher die VIELFALT der Systeme und Standorte sein, die sich gegenseitig herausfordern und durch die ENTFLECHTUNG auch zur Energiesicherheit beitragen werden.

Wenn die Vielfalt der Systeme zu einer Vielfalt der Subventionen führt, dann werden wir unsere Energiekosten in Zukunft nicht mehr tragen können. Schon jetzt sind viele Haushalte damit überfordert. Meiner Ansicht nach sind bei der "Subvention" der Photovoltaik massive Fehler gemacht worden, die wir über die hohen Strompreise ausbaden müssen.

Wenn gesagt wurde: "Subventionen sind Gift für vernünftiges Handeln" so würde dies nur dann stimmen, wenn sich die Menschen IDEAL und VERNÜNFTIG verhalten würden. Aber wir alle dürften es noch aus unserer Schulzeit kennen. Kaum ein Schüler lernt in weiser Voraussicht "für sein späteres" Leben. Manche wollen den Eltern oder Lehrern gefallen, andere sind im Wettstreit mit Gleichaltrigen. Manche neugierig. Aber vergessen wir nicht die "kleinen Subventionen", wenn die Eltern für die nächste EINS in der Klassenarbeit eine "Prämie" aussetzen. Die 10 Euro für die gute Note sind doch auch eine "Subvention". Sie sind jedoch kein Gift für vernünftiges Handeln, sie fördern dies eher, indem sie dazu beitragen, den "inneren Schweinehund" zu überwinden.

Zum Lernen habe ich eine positive Einstellung, ich habe aus Freude am Wissen gelernt. Bei der Erziehung geht es meiner Meinung nicht darum, Geld als Prämie für gute Schulleistungen auszusetzen, dies hat mehrere ungünstige Nebeneffekte. So lädt es zur Erpressung der Eltern ein und verdeckt auch den wichtigen Aspekt, lernen aus Freude am Wissenserwerb und am Wissen.

Und das, was an o.a. Beispiel für Kinder gilt, ist im "wahren" Leben auch auf einen Großteil der Bevölkerung zu übertragen. Jeder mag selbst mal einen kleinen Versuch machen. Halten Sie den Daumen einige Zentimeter vor die Augen. Der "kleine" Daumen wird leicht auch "große" Häuser in der Entfernung abdecken. Und ebenso ist es mit Belohnungen und Nutzen. Was näher ist, wirkt (größer) stärker. Eine KLUGE Subventionspolitik würde daher mit "kleinen" Belohnungen im JETZT dazu betragen, dass der "träge Mensch" sich Vorteile für die "ferne" Zukunft schafft.

Die Natur arbeitet eben mit Belohnung und Bestrafung, mit LUST und FRUST. Und mancher sture Esel ist nur mit Hilfe einer Möhre aus dem Regen in den trockenen Stall zu locken.

So mag es sein, es kann dem Esel aber auch passieren, dass er mit einer Möhre aus dem trockenen Stall in den Regen gelockt wird. Man sollte schon vorsichtig sein, hinter der Möhre steht jemand, der eigene Interessen verfolgt.
« Letzte Änderung: 30.03.2012, 10:44 von Datko »
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Es ist leider ein Grundproblem, dass Vorreiter immer einen höheren Preis zahlen. Die ersten Radiogeräte waren purer Luxus. Nur die Elite hatte die ersten elektrischen Anschlüsse oder später Telefon. Elektro-Fahrzeuge sind heute noch in einem Preissegment angesiedelt, dass sie für "Otto-Normalverbraucher" völlig unwirtschaftlich sind.

Aber die Wenigen, die als Vorreiter die hohen Anfangskosten tragen, bewirken, dass die Technik zum Massenprodukt weiterentwickelt werden kann.

Subventionen in Entwicklungen auf dem Energiesektor dürften allein aus dem Gesichtspunkt der Begrenzung von Abhängigkeiten bereits volkswirtschaftlich interessant sein. Aber man kann neue Techniken eben auf unterschiedliche Art fördern. Man kann der Grundlagenforschung benötigte Mittel beschaffen oder zumindest hierfür bürgen. Man kann die Anschaffung neuer Maschinen fördern. Man kann den ersten Vorreitern Anreize bieten, um die hohen Anfangskosten zu mindern.

Die Frage ist jedoch, woher kommt das Geld. Bei der angesprochenen Fotovoltaik ist es zu kurz gegriffen, die Subventionen über eine Erhöhung der Strompreise refinanzieren zu wollen. Da durch neue und dezentrale Energieerzeugungsmethoden ein Nutzen für die GESAMTE Volkswirtschaft entsteht, wäre logischerweise auch die Gesamtbevölkerung via Steuermittel an der Finanzierung zu beteiligen. Und dann  gilt natürlich das Leistungsprinzip eines Sozialstaats. Diejenigen, die den größten Nutzen aus einer Entwicklung ziehen und sich dies auch finanziell leisten können, müssen am stärksten an der Finanzierung beteiligt werden.

Kluge Gemeinden haben längst begonnen, regionale Strukturen aufzubauen. Sie zielen auf weitgehend autarke Systeme ab. Die Erpressbarkeit durch die Großindustrie sinkt. Der wirkliche Nutzen wird vielleicht aber erst in 10 oder 20 Jahren sichtbar.

Leider werden diejenigen, die die Zeichen der Zeit verschlafen, dann diejenigen sein, die um Hilfe und Unterstützung nachsuchen werden. Vielleicht könnte man dann bedauern, dass man nicht früher mit etwas Subventionsanreiz auch die Gemächlichen zum Handeln gelockt hatte.
« Letzte Änderung: 30.03.2012, 22:06 von TWMueller »
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Es ist leider ein Grundproblem, dass Vorreiter immer einen höheren Preis zahlen. Die ersten Radiogeräte waren purer Luxus. Nur die Elite hatte die ersten elektrischen Anschlüsse oder später Telefon. Elektro-Fahrzeuge sind heute noch in einem Preissegment angesiedelt, dass sie für "Otto-Normalverbraucher" völlig unwirtschaftlich sind.

Aber die Wenigen, die als Vorreiter die hohen Anfangskosten tragen, bewirken, dass die Technik zum Massenprodukt weiterentwickelt werden kann.

Bei der Photovoltaik ist es so, dass die "Vorreiter" auf Kosten der Stromkunden reiten und Gewinne einfahren wollen, 8% und mehr. Die "Investition" geht auf Kosten der Allgemeinheit, die Regelungsfunktion des Geldes wird bei Subventionen außer Kraft gesetzt, Schäden trägt die Allgemeinheit.

Subventionen in Entwicklungen auf dem Energiesektor dürften allein aus dem Gesichtspunkt der Begrenzung von Abhängigkeiten bereits volkswirtschaftlich interessant sein. Aber man kann neue Techniken eben auf unterschiedliche Art fördern. Man kann der Grundlagenforschung benötigte Mittel beschaffen oder zumindest hierfür bürgen. Man kann die Anschaffung neuer Maschinen fördern. Man kann den ersten Vorreitern Anreize bieten, um die hohen Anfangskosten zu mindern.

Es geht bei der Photovoltaik richtig um Gewinne, auf Kosten der Allgemeinheit.
Siehe: http://www.monopole.de/erneuerbare-energien/arme-zahlen-wohlhabenden-photovoltaik-gewinne/


Die Frage ist jedoch, woher kommt das Geld. Bei der angesprochenen Fotovoltaik ist es zu kurz gegriffen, die Subventionen über eine Erhöhung der Strompreise refinanzieren zu wollen. Da durch neue und dezentrale Energieerzeugungsmethoden ein Nutzen für die GESAMTE Volkswirtschaft entsteht, wäre logischerweise auch die Gesamtbevölkerung via Steuermittel an der Finanzierung zu beteiligen. Und dann  gilt natürlich das Leistungsprinzip eines Sozialstaats. Diejenigen, die den größten Nutzen aus einer Entwicklung ziehen und sich dies auch finanziell leisten können, müssen am stärksten an der Finanzierung beteiligt werden.

Das könnte über kurz oder lang kommen, bei der Kohlesubvention wurde durch ein Bundesgerichtshof-Urtel plötzlich der Bundeshaushalt zum Opfer, die Bürger wurden den Unsinn auf ihrer Stromrechnung los.

Kluge Gemeinden haben längst begonnen, regionale Strukturen aufzubauen. Sie zielen auf weitgehend autarke Systeme ab. Die Erpressbarkeit durch die Großindustrie sinkt. Der wirkliche Nutzen wird vielleicht aber erst in 10 oder 20 Jahren sichtbar.

Leider werden diejenigen, die die Zeichen der Zeit verschlafen, dann diejenigen sein, die um Hilfe und Unterstützung nachsuchen werden. Vielleicht könnte man dann bedauern, dass man nicht früher mit etwas Subventionsanreiz auch die Gemächlichen zum Handeln gelockt hatte.

Es können aber nach Jahrzehnten auch noch weitere Schäden erkennbar werden, die dann zum heutigen Schaden durch die hohen Strompreise hinzukommen.

Durch die Kohlesubvention hat man wirtschaftliche Reformen verschlafen, man hat jahrzehntelang Menschen, sogenannte Kumpel, unter Tage geschickt, um dort das Ende ihre Schichten abzuwarten, anstatt die Wirtschaft zu reformieren. Während wir die hohen Subventionen für die Fotovoltaik zahlen, wird in China eine moderne Industrie aufgebaut, uns bleibt die Rolle des Zahlers.
« Letzte Änderung: 31.03.2012, 14:49 von Datko »
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