Autor Thema: Stromtankstellen für Elektroautos nicht notwendig  (Gelesen 3305 mal)

Datko

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Verschiedentlich wurde versucht, Besitzer von Elektroautos von Anfang an in eine Abhängigkeit von "Stromlieferanten" zu bringen. Der Trick "spezielle Stromtankstellen" mit Spezialstecker.

Vor dieser Abhängigkeit sollte man sich hüten.

Siehe: http://www.n-tv.de/auto/E-Autos-sind-sofort-einsatzfaehig-article3760216.html
"Prof. Ferdinand Dudenhöffer, ... . Man brauche auch nicht unzählige Ladesäulen in der Stadt, denn der Versuch habe gezeigt, dass die meisten Leute ihr Elektroauto zuhause an der normalen Haushaltssteckdose aufladen würden."
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
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Re: Stromtankstellen für Elektroautos nicht notwendig
« Antwort #1 am: 08.07.2011, 18:15 »
Technisch unterscheidet sich Strom von z.B. Benzin leider darin, dass ein "Nachfüllen" in einen "Tank" innerhalb kurzer Zeit eben nicht so einfach möglich ist. Selbst Batteriesysteme, die "schnellladefähig" sind, benötigen eine vergleichsweise lange Ladezeit. Und dies meist auch noch mit einem negativen Nebeneffekt: Je schneller geladen werden kann, umso kürzer wird die Lebenszeit der Batterie.

Ein interessanter Ansatz, dieses Problem zu umgehen, besteht darin, die Batterie als austauschbaren Energieblock zu gestalten. An der "Tankstelle" wird dann nicht mehr die eigene Batterie geladen, statt dessen wird der entleerte Energieblock gegen einen geladenen ausgetauscht. Wenn diese Energieblöcke technisch genormt und somit austauschbar sind, wäre dieses Verfahren durchaus alltagstauglich.

Aber hier käme wohl "der Staat" ins Spiel. Die technische Ausgestaltung der Austausch-Energieblöcke dürfte eben nicht, wie sonst üblich, patentrechtlich für einen bestimmten Anbieter geschützt sein. Der Standard muss vielmehr "Public Domain" sein, d.h. von JEDEM Anbieter FREI genutzt werden dürfen. Das übergeordnete GEMEINWOHL bricht die Schutzrechte des Einzelnen.

Ein derartiger OFFENER STANDARD, der möglichst auch so gestaltet werden sollte, dass künftige technische Entwicklungen möglich und integrierbar bleiben, würde automatisch auch ohne Zusatzgesetze einen gewissen Druck auf alle Hersteller von Elektrofahrzeugen erzeugen. Wer den Standard für Energieblöcke einhält, hat einen Marktvorteil, da seine Fahrzeuge im Gesamtsystem funktionieren. Theoretisch ist zwar jeder Hersteller frei, auch eigene, abweichende Lösungen anzubieten, aber derartige Ansätze würden wohl nur dann nachgefragt, wenn sie einen ERHEBLICHEN Zusatznutzen bieten würden. Und genau das würde den technischen Fortschritt beflügeln. Keine Marktabschottung zur eigenen Gewinnsicherung. Nur wirklich BESSERE LÖSUNGEN haben eine Chance, im Markt Fuss zu fassen und vielleicht in der Zukunft NEUER STANDARD zu werden.
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Re: Stromtankstellen für Elektroautos nicht notwendig
« Antwort #2 am: 13.07.2011, 08:56 »
Technisch unterscheidet sich Strom von z.B. Benzin leider darin, dass ein "Nachfüllen" in einen "Tank" innerhalb kurzer Zeit eben nicht so einfach möglich ist. Selbst Batteriesysteme, die "schnellladefähig" sind, benötigen eine vergleichsweise lange Ladezeit. Und dies meist auch noch mit einem negativen Nebeneffekt: Je schneller geladen werden kann, umso kürzer wird die Lebenszeit der Batterie.

Ein interessanter Ansatz, dieses Problem zu umgehen, besteht darin, die Batterie als austauschbaren Energieblock zu gestalten. An der "Tankstelle" wird dann nicht mehr die eigene Batterie geladen, statt dessen wird der entleerte Energieblock gegen einen geladenen ausgetauscht. Wenn diese Energieblöcke technisch genormt und somit austauschbar sind, wäre dieses Verfahren durchaus alltagstauglich.

Aber hier käme wohl "der Staat" ins Spiel. Die technische Ausgestaltung der Austausch-Energieblöcke dürfte eben nicht, wie sonst üblich, patentrechtlich für einen bestimmten Anbieter geschützt sein. Der Standard muss vielmehr "Public Domain" sein, d.h. von JEDEM Anbieter FREI genutzt werden dürfen. Das übergeordnete GEMEINWOHL bricht die Schutzrechte des Einzelnen.

Ein derartiger OFFENER STANDARD, der möglichst auch so gestaltet werden sollte, dass künftige technische Entwicklungen möglich und integrierbar bleiben, würde automatisch auch ohne Zusatzgesetze einen gewissen Druck auf alle Hersteller von Elektrofahrzeugen erzeugen. Wer den Standard für Energieblöcke einhält, hat einen Marktvorteil, da seine Fahrzeuge im Gesamtsystem funktionieren. Theoretisch ist zwar jeder Hersteller frei, auch eigene, abweichende Lösungen anzubieten, aber derartige Ansätze würden wohl nur dann nachgefragt, wenn sie einen ERHEBLICHEN Zusatznutzen bieten würden. Und genau das würde den technischen Fortschritt beflügeln. Keine Marktabschottung zur eigenen Gewinnsicherung. Nur wirklich BESSERE LÖSUNGEN haben eine Chance, im Markt Fuss zu fassen und vielleicht in der Zukunft NEUER STANDARD zu werden.

Auch dabei würde wieder eine Abhängigkeit entstehen. Am Einfachsten ist die "Haushaltssteckdose" zu benützen. Ein Ansatz trotzdem zu einer beträchtlichen Reichweite bei Bedarf zu kommen ist ein zusätzlicher relativ kleiner Verbrennungsmotor, der die Batterie während langer Fahrten nachlädt.

So könnte man die meist kurzen Fahrtstrecken in den Städten rein mit Batterie fahren und große Strecken durch nachladen über einen einfachen kleinen Benzinmotor mit Generator überbrücken.

Beispiele für den Stand der Technik:

- hier eine Rekordfahrt, über 600 km mit einer Elektroladung, ohne weitere Energiequelle.
http://www.dailygreen.de/2010/10/26/weltrekord-elektroauto-fahrt-605-km-ohne-nachladen-9447.html

- Ungefähr 60 km, für Stadtfahrten ausreichend, reiner Elektro-Antrieb; zusätzlich Benzinmotor mit Generator zum Nachladen der Batterie während der Fahrt.
http://www.focus.de/auto/fahrberichte/kurztest-opel-ampera-das-fast-vernuenftige-elektroauto_aid_643418.html

Meine Vorstellung: 100 km rein elektrisch; zusätzlich unter 50 "PS" Benzin-Motor mit Generator zum Nachladen der Batterie während langer Fahrten. Man wäre dann unabhängig vorn Ladestationen und hätte im Durchschnitt einen extrem niedrigen Benzinverbrauch.

Wir stehen hier am Anfang einer Entwicklung, die Zukunft wird sicher noch viele Innovationen bringen.
« Letzte Änderung: 16.07.2011, 07:40 von Datko »
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Re: Stromtankstellen für Elektroautos nicht notwendig
« Antwort #3 am: 13.07.2011, 22:42 »
Als Übergangstechnologie sind Fahrzeuge mit benzin- / diesel-getriebenem Generator sicher eine praktikable Variante. Aber eben nur vorübergehend, denn eine endgültige Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen kann so nicht erreicht werden. Zumindest müsste in einem nächsten Schritt der Generator auf Wasserstoff- oder Bioäthanol-Betrieb umgestellt werden.

Und leider tritt bei jeder Energieumwandlung auch ein gewisser Verlust auf. Endziel der technischen Entwicklung muss daher eine Brennstoffzelle oder eine ähnliche Technologie sein, die aus einem nachfüllbarem Rohstoff möglichst direkt elektrische Energie erzeugt.
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