Autor Thema: Russisches Gasmonopol stoppen - mögliche Wege  (Gelesen 2175 mal)

Markas Adeikis

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Hallo Gemeinde,

ich würde gerne eure Meinungen zum Thema "Gasmonopol Russlands in Europa" hören. Angesichts der Krimkrise verschärft sich das Problem wegen der europäischen Abhängigkeit von russischen Rohstoffen um so mehr. Sehr oft muss Europa seine Werte aus pragmatisch wirtschaftlichen Gründen einfach verraten. Das ist nicht normal, deswegen möchte ich mit euch diskutieren, wie man dieses Problem beheben könnte.

Am Anfang weise ich euch auf meinen Blog-Artikel hin: http://markasadeikis.wordpress.com/2014/03/29/nichts-ist-alternativlos-herr-gabriel/

TWMueller

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Re: Russisches Gasmonopol stoppen - mögliche Wege
« Antwort #1 am: 02.04.2014, 00:02 »
Jede Münze, jedes Blatt Papier hat ZWEI Seiten.

Ein (erheblicher) Erdgasbezug aus Russland kann abhängig machen. Aus Furcht, nicht nur vor wirtschaftlichen Nachteilen, wird man vielleicht gezwungen, sich anders zu verhalten, als sonst.

Eine KLUGE Führung (egal ob in einem kleinen Unternehmen oder einem großen Staat) sollte eigentlich immer STRATEGISCH in die ZUKUNFT blicken. Der kleine Unternehmer wird ggf. schnell lernen, wie gefährlich es ist, wenn man sich auf nur EINE Bank verläßt. Sobald möglich wird der Inhaber oder Vorstand daher versuchen, das Risiko zu streuen. Man muss ja gar nicht erst die Gefahr einer zu starken ABHÄNGIGKEIT eingehen.

Dass ENERGIE (in Gestalt fosiler Brennstoffe) ENDLICH ist, dürfte eigentlich zur ALLGEMEINBILDUNG gehören. Wo bleibt da die WEITSICHT der Politik, ALTERNATIVEN zumindest eine CHANCE zu geben? Wo bleibt das Staatsinteresse unserer Politiker, um eine DEZENTRALISIERUNG im Energiesektor auch gegen die Interessen der Großindustrie zu fördern? Dass VIELFALT das entscheidende Erfolgsrezept ist, beweist die NATUR doch Tag für Tag.

Es gibt aber auch die bereits angesprochene KEHRSEITE der MEDAILLE.
Die ABHÄNGIGKEITEN von Energielieferungen oder in einer GLOBALISIERTEN WELT sind in ihrer GESAMTWIRKUNG jedoch auch ein sehr wirksames Mittel gegen jeden ernsthaften KRIEG. Kleine, regionale Stellvertreter-Kriege wird es LEIDER geben, aber das ganz große Chaos kann und will sich KEINER leisten. Die RÜSTUNGSINDUSTRIE wird wieder mal sehr gut an der ANGST verdienen und MENSCHEN, die eigentlich nur in Ruhe leben möchten, werden von den GROSSEN INTERESSEN als Spielfiguren mißbraucht. Die PANZER werden weder in Washington, noch in Moskau, noch in Berlin rollen, dafür gibt es doch viel zu viele "Krisenherde", die der WÄHLER nur aus den Nachrichten kennt.

Das Problem ist nur, dass in beiden Fällen der "Normal"-Bürger die Zeche zahlt. Energie-MONOPOLE spülen fast automatisch das Geld VIELER in die Taschen WENIGER. Die gegenseitige Abhängigkeit der größen Mächte, hindert diese zwar zunächst an offenen Kriegen gegeneinander. Der Steuerzahler jedoch muss bluten, damit man vorsorglich die neusten Raketen oder Drohnen anschaffen kann. Und die armen Stellvertreter, die man zunächst irgendwo auf der Welt aufeinander gehetzt hat, muss man dann später mit "Friedenstruppen", die natürlich auch finanziert werden wollen, wieder "befrieden".

Vielleicht läßt sich dieses MANIPULATIVE GESCHÄFT von KAPITAL und MACHT nur stoppen, wenn der "Normal"-Bürger mal nachschaut, ob er bereits als Marionette an Fäden hängt. Wenn die Menschen statt dessen einfach anfangen würden, sich von der FREMD-STEUERUNG zu befreien, würde plötzlich manche Intrige nicht mehr funktionieren. Wenn also mal wieder ein Politiker sagt, die eine oder andere Seite sei BÖSE, probieren Sie doch einfach mal die ANTWORT: "Na und?"
"Die bösen Russen haben die Krim einkassiert." - "Na und?"
"In China ist ein Sack Reis umgefallen." - "Na und?"
Wenn die Menschen auf der Krim hungern sollten, können wir ja sammeln, um in China einen Sack Reis kaufen zu können. Aber Sergei in Sewastopol bekommt hoffentlich lieber etwas zu Essen oder Schulbücher für die Kinder statt eine Kalaschnikow.
« Letzte Änderung: 02.04.2014, 00:24 von TWMueller »
Thomas W. Müller
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