Autor Thema: Monopol bei der Fahrerlaubnisprüfung  (Gelesen 4276 mal)

Chiara

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Monopol bei der Fahrerlaubnisprüfung
« am: 02.02.2012, 09:54 »
Hallo, eines der unbekanntesten Monopole in Deutschland ist das der Technischen Prüfstellen im Bereich der Fahrerlaubnisprüfungen.
« Letzte Änderung: 02.02.2012, 12:52 von Datko »

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Re: Monopol bei der Fahrerlaubnisprüfung
« Antwort #1 am: 02.02.2012, 15:55 »
Genau genommen ist JEDE staatliche Stelle ein Monopol.
Prinzipiell ist dies auch nicht problematisch, wenn mit einer Exklusivstellung KEINE unangemessene Machtposition (z.B. wirtschaftlich) verbunden ist.

Bei den Führerscheinprüfungen gäbe es nur dann ein Problem, wenn auch die Fahrausbildung monopolartig geregelt wäre.
Solange Ausbildung und Prüfung ist zwei UNABHÄNGIGEN Systemen geregelt ist, wird der Bürger durch die gewählte Struktur NICHT unangemessen benachteiligt.

Im Grunde findet sich ja eine vergleichbare Regelung bei jeder staatlich anerkannten Prüfung. Jeder, der eine Berufsausbildung gemacht hat, hat seine Prüfung vor einer IHK oder Handwerkskammer abgelegt. Solange die Prüfungsgebühren nicht unangemessen hoch angesetzt werden, ist es für die NEUTRALITÄT von Prüfungen ja sogar von Vorteil, wenn diese von Ausbildungsgängen und wirtschaftlichen Interessen GETRENNT organisiert werden.

P.S.
Ja, sogar im Privatbereich pflegen wir unsere Monopole.
Jede Ehe ist ein solches "Monopol". Durch einen Rahmenvertrag werden bestimmte Leistungen auf Dauer nur noch von EINEM Partner erbracht. Man sagt zwar: "Konkurrenz belebt das Geschäft". Aber wollen wir hier zur Vermeidung jeglicher "Monopole" auch gleich die angestammten Lebensformen in Frage stellen?
« Letzte Änderung: 02.02.2012, 16:06 von TWMueller »
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Re: Monopol bei der Fahrerlaubnisprüfung
« Antwort #2 am: 03.02.2012, 06:51 »
Genau genommen ist JEDE staatliche Stelle ein Monopol.
Prinzipiell ist dies auch nicht problematisch, wenn mit einer Exklusivstellung KEINE unangemessene Machtposition (z.B. wirtschaftlich) verbunden ist.
angestammten Lebensformen in Frage stellen?

Ich habe bei einem staatlichen Betrieb einen technischen Beruf gelernt. In Behörden sind die Mitarbeiter gegenüber den Bürgern die Monopolisten, sie lassen es sich auf Kosten der Bürger gut gehen und behindern oft genug die Bürger. Behörden neigen leider dazu ein Eigenleben zu entwickeln und zu expandieren, der Unsinn wird meiner Meinung nach immer größer.

Bei den Führerscheinprüfungen gäbe es nur dann ein Problem, wenn auch die Fahrausbildung monopolartig geregelt wäre.
Solange Ausbildung und Prüfung ist zwei UNABHÄNGIGEN Systemen geregelt ist, wird der Bürger durch die gewählte Struktur NICHT unangemessen benachteiligt.
angestammten Lebensformen in Frage stellen?
Im Grunde findet sich ja eine vergleichbare Regelung bei jeder staatlich anerkannten Prüfung. Jeder, der eine Berufsausbildung gemacht hat, hat seine Prüfung vor einer IHK oder Handwerkskammer abgelegt. Solange die Prüfungsgebühren nicht unangemessen hoch angesetzt werden, ist es für die NEUTRALITÄT von Prüfungen ja sogar von Vorteil, wenn diese von Ausbildungsgängen und wirtschaftlichen Interessen GETRENNT organisiert werden.
angestammten Lebensformen in Frage stellen?

Auch die Kammern sind ein Gängelungssystem. Von den Handwerkskammern wissen wir, dass sie mittelalterliche Strukturen fortschreiben.

P.S.
Ja, sogar im Privatbereich pflegen wir unsere Monopole.
Jede Ehe ist ein solches "Monopol". Durch einen Rahmenvertrag werden bestimmte Leistungen auf Dauer nur noch von EINEM Partner erbracht. Man sagt zwar: "Konkurrenz belebt das Geschäft". Aber wollen wir hier zur Vermeidung jeglicher "Monopole" auch gleich die angestammten Lebensformen in Frage stellen?
Die Scheidungsquote liegt bei ungefähr 50%
Siehe: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/76211/umfrage/scheidungsquote-von-1960-bis-2008/
Das bedeutet, dass auf zwei geschlossene Ehen eine Scheidung kommt.

Geht man jetzt noch davon aus, dass nur die Hälfte der verbliebenen Ehen auch glücklich ist, sieht man deutlich das Problem eines "lebenslänglichen" Vertrages.
« Letzte Änderung: 03.02.2012, 07:22 von Datko »
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Re: Monopol bei der Fahrerlaubnisprüfung
« Antwort #3 am: 03.02.2012, 14:21 »
Nur, um keine falsche Auslegung meiner Aussagen aufkommen zu lassen:
Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass EINE monopol-artige Prüfungsstelle dann kein Problem darstellt, wenn die Alleinstellung nicht mit der Gefahr eines Machtmissbrauchs verbunden ist.

Das Problem bei Behörden ist auch prinzipiell nicht, dass es nur EINE klare Zuständigkeit gibt. Das Problem kann die interen Organisation derartiger Systeme sein. So habe ich z.B. kein Problem damit, dass Bauvorhaben genehmigt werden müssen. Es mag aber Gegenstand einer Diskussion sein, wie ein (sinnvolles) Genehmigungsverfahren organisiert wird.

Und bei dem (etwas an den Haaren herbeigezogenen) Ehe-Beispiels wird auch z.B. deutlich, dass es eine Frage ist, OB man einen Vertrag schließt, und eine andere Frage, WIE die Vertragsbedingungen aussehen. In Bezug auf den Monopol-Begriff wäre somit nicht zu untersuchen, ob man heiraten soll. Immerhin ist statistisch belegt, dass sich in den letzten Jahren kein Lediger hat scheiden lassen. Eine Alternative zum Ehe-Monopol wäre vielmehr z.B. die Kommune oder die Vielweiberei.
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Re: Monopol bei der Fahrerlaubnisprüfung
« Antwort #4 am: 03.02.2012, 16:54 »
Immerhin ist statistisch belegt, dass sich in den letzten Jahren kein Lediger hat scheiden lassen.
Es mag richtig sein, dass sich kein "Lediger" hat scheiden lassen, das ist aber wohl nicht statistisch sondern eher tautologisch.

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