Im angesprochenen Artikel wird unter anderem festgestellt: "Gottesferne wurde von der DDR als Staatsziel propagiert." Da sage noch mal jemand, in der DDR sei ALLES schlecht gewesen.
Ich persönlich würde es zwar nicht "Gottesferne" nennen, aber RELIGIONS-NEUTRALITÄT des Staates. Es mag sich doch in guter alter preussischer Tradition jeder seine Götterwelt zusammenbasten wie immer er mag und damit glücklich werden, aber der STAAT, als weltliche Selbstorganisation der Bürgergemeinschaft, hat sich aus Glaubensfragen STRIKT herauszuhalten.
Wir wären in der Überwindung religiöser Mythen und Vorurteile schon erheblich weiter, wenn die Kirchen nicht so viel Einfluss auf unser Staatssystem hätten. Wie laut ist der Aufschrei, wenn Islamisten die Einführung der Scharia als Rechtssystem fordern. Dass aber auch eine breite Medienberichterstattung über die Pflege eines Drei-Königs-Brauchs beim Bundespräsidenten die staatliche Neutralität unterwandert, wird kaum gesehen. Leider ist die Masse der Bevölkerung noch zu unselbständig, um sich gegen die allgegenwärtige Indoktrination mit religiösen Gedanken zur Wehr setzen zu können. Statt selbst zu denken, ist es doch einfacher, dem "Aber der Pfarrer hat doch gesagt ..." zu folgen. Und um die "Schäfchen" brav bei der Stange zu halten wird dann mit Sünden, Hölle und Teufel gedroht. Kein Wunder, dass Mancher da Alpträume bekommt. Ich glaube nicht an eine wie auch immer gestaltete Götterwelt; ich hatte in meinem ganzen Leben auch noch nie einen Traum, in dem ein Gott oder Teufel mitspielen durfte.