Autor Thema: 4,9% Kirchgänger in Deutschland  (Gelesen 504 mal)

matthiassuess

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4,9% Kirchgänger in Deutschland
« am: 18.09.2011, 12:17 »
"An sogenannten Zahlsonntagen besuchten 3,1 Millionen Menschen (oder 3,8 Prozent der Deutschen Gesamtbevölkerung) die sonntäglichen katholischen Gottesdienste (2010), und 0,9 Millionen (oder 1,1 Prozent der Gesamtbevölkerung) jene der Evangelischen Kirche (2009)." Zitiert aus http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland#Religionen

Administrator : Danke für die Zahlen, ich habe sie noch in den Statistik-Bereich übertragen
http://www.monopole.de/weltreligionen/statistiken-zu-religionen-und-atheismus/msg1693/?topicseen#msg1693
« Letzte Änderung: 18.09.2011, 14:54 von Datko »

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Re: 4,9% Kirchgänger in Deutschland
« Antwort #1 am: 18.09.2011, 20:45 »
Also bewahren wir doch einfach die Ruhe und lassen der natürlichen Entwicklung ihre Zeit. Ist das "Monopol" der Kirchen erst mal durchbrochen, wird die Zahl derer, die kirchliche Lehren unreflektiert übernehmen, von Generation zu Generation progressiv geringer.

Eltern mit Zweifeln werden ihren Kindern mehr Denkfreiraum lassen. Wenn diese Kinder dann irgendwann selbst Eltern werden, wird der Einfluss auf die nächste Generation noch geringer sein. Und da die grossen "Amts-"Kirchen auch in der Öffentlichkeit keine tragfähigen und zeitgemäßen Angebote machen (können), brechen die Mitgliederzahlen von Generation zu Generation stärker ein.

Warten wir also mit etwas Gelassenheit. Das Problem des zu grossen Einflusses der Kirchen auf den Staat erledigt sich ganz wie von selbst.
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Re: 4,9% Kirchgänger in Deutschland
« Antwort #2 am: 19.09.2011, 06:30 »
Also bewahren wir doch einfach die Ruhe und lassen der natürlichen Entwicklung ihre Zeit. Ist das "Monopol" der Kirchen erst mal durchbrochen, wird die Zahl derer, die kirchliche Lehren unreflektiert übernehmen, von Generation zu Generation progressiv geringer.

Der Rückgang des Einflusses auf die Menschen ist beträchtlich. Trotzdem versuchen die Oberpriester in der Öffentlichkeit ihre religiöse Weltsicht durchzusetzen. Deswegen ist es wichtig, mit Zahlen den steilen Absturz der großen christlichen Kirchen aufzuzeigen.

Man denke auch an die öffentliche Diskussion des Verhaltens von r.-k. Bischof Mixa im letzten Jahr, die öffentliche Empörung half vielen Menschen beim Ausstieg aus den beiden großen christlichen Kirchen. Wochenlang wurden seine Taten in den Medien diskutiert, bei uns in Regensburg stieg die Zahl der Kirchenaustritte aus der r.-k. Kirche gegenüber 2009 um 38%.

Eltern mit Zweifeln werden ihren Kindern mehr Denkfreiraum lassen. Wenn diese Kinder dann irgendwann selbst Eltern werden, wird der Einfluss auf die nächste Generation noch geringer sein. Und da die grossen "Amts-"Kirchen auch in der Öffentlichkeit keine tragfähigen und zeitgemäßen Angebote machen (können), brechen die Mitgliederzahlen von Generation zu Generation stärker ein.

Öffentlich vorgetragen Argumente können die Zweifel untermauern, weiter ausbauen oder gar erst auslösen.

Warten wir also mit etwas Gelassenheit. Das Problem des zu großen Einflusses der Kirchen auf den Staat erledigt sich ganz wie von selbst.

Gelassenheit ist wichtig, man kann allerdings auch Argumente sehr aktiv vortragen, ohne emotional zu stark betroffen zu sein.
« Letzte Änderung: 19.09.2011, 07:58 von Datko »
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Re: 4,9% Kirchgänger in Deutschland
« Antwort #3 am: 19.09.2011, 09:16 »
Mir ist im Zusammenhang mit dem Rückgang des kirchlichen Einflusses auf unser (ziviles) öffentliches Leben bewußt geworden, dass hier auch erhebliche regionale Unterschiede bestehen. Bei mir in Hessen ist es kein Problem, den Kirchen auszuweichen. Der politische Einfluss dürfte sich in Grenzen halten.

Ich kann mir jedoch vorstellen, dass in Bayern die Situation anders aussieht. Immerhin versteht sich dort die landesspezifische Variante der "C"-Parteien noch etwas kirchennäher als deren Schwesterpartei in den übrigen Bundesländern. Bei einer ehrlichen und wirklichen Neutralität der Politik würde fast automatisch auch ein Teil des Selbstverständnisses der CSU angekratzt. Solange die Kirche quasi als unsichtbarer Gast neben den braven CSU-Abgeordneten mit im Landtag und in den sonstigen Vertretungen in Städten und Gemeinden sitzt, wird es Bayern schwer haben, zwischen Staat und Religion zu unterscheiden.

Man stelle sich einmal vor, in Bayern würde die "schwarze" Politik wie in Baden-Württemberg plötzlich durch eine ganz andere Koalition abgelöst, die Wellen eines derartigen politischen Bebens würde man bis Rom spüren. Aber noch stützen sich die Konservativen und die katholische Kirche in Bayern gegenseitig. Kommt jedoch eine Seite ernsthaft ins Straucheln, wird auch der Gegenpart betroffen sein.

Wie laut wäre in Bayern wohl der Aufschrei, wenn bei der nächsten Landtagswahl tatsächlich ein Christian Ude von der SPD vielleicht in Koalition mit den Grünen das Ruder übernehmen und in der Folge die Kreuze aus den öffentlichen Schulen verbannen würde?
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Re: 4,9% Kirchgänger in Deutschland
« Antwort #4 am: 19.09.2011, 09:49 »

Man stelle sich einmal vor, in Bayern würde die "schwarze" Politik wie in Baden-Württemberg plötzlich durch eine ganz andere Koalition abgelöst, die Wellen eines derartigen politischen Bebens würde man bis Rom spüren. Aber noch stützen sich die Konservativen und die katholische Kirche in Bayern gegenseitig. Kommt jedoch eine Seite ernsthaft ins Straucheln, wird auch der Gegenpart betroffen sein.

Wie laut wäre in Bayern wohl der Aufschrei, wenn bei der nächsten Landtagswahl tatsächlich ein Christian Ude von der SPD vielleicht in Koalition mit den Grünen das Ruder übernehmen und in der Folge die Kreuze aus den öffentlichen Schulen verbannen würde?

Die CSU ist schon seit einiger Zeit auf Talfahrt, bei der Bundestagswahl 2009 erreichte sie (in Bayern) nur 42,5%. 

CSU (nur in Bayern vertreten) Ergebnisse bei den letzten Bundestagswahlen:

2002 58,6%
2005 49,2%
2009 42,5%


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