Autor Thema: Besonders auf dem Medizin-Sektor scheinen mir Preisabsprachen weit verbreitet ...  (Gelesen 4133 mal)

Klarsprecher

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Hallo !

Besonders auf dem Medizin-Sektor scheinen mir Preisabsprachen weit verbreitet zu sein, vermutlich sogar nicht zwischen den Herstellern sondern auch zusammen mit den Krankenkassen. Wie anders ist es zu erklären, dass die Krankenkassen die Zuzahlung für Hörgeräte verdoppelt haben, und gleichzeitig wurden die Preise für die billigste Ausführung auch verdoppelt ?! Wobei bei der Geräten kein wesentlicher Fortschritt zu erkennen ist.
Es gibt noch 2 weitere Preisstufen, die bei allen Herstellern identisch gestaltet sind, das teuerste Gerät kostet dann unisono 2000 €. Lächerlich und frech, mehr als ein bestens ausgestatteter Laptop. Ähnliches gilt für alle anderen medizinischen Artikel, Zahnersatz, Treppenlifte, auch rezeptfreie Schmerztabellen , ... Meine Bitte an das Kartellamt, dieses Netzwerk zu überprüfen, wurde ziemlich lakonisch zurückgewiesen.

TWMueller

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Die URSACHE eines Problems zu suchen, ist die EINE Sache. Letztendlich stellt sich dann irgendwann jedoch die Frage, was konkret man tun könnte, um die Situation zu VERBESSERN.

Im Falle medizinische Hilfsmittel gäbe es z.B. einen relativ einfachen Ansatz. Man muss nur den MARKT erweitern. Solange landesintern ein OLIGOPOL mauscheln kann, wird es recht schwer, mit aufsichtsrechtlichen Maßnahmen gegen zu steuern. Was hätten denn z.B. die Versicherten davon, wenn einzelne Hersteller vom Kartellamt mit einem hohen Bußgeld wegen unerlaubter Preisabsprachen bestraft würden? Vermutlich würden die Preise noch schneller steigen, um die "Sonderaufwendungen" wieder einzuspielen.

Nehmen wir jetzt jedoch mal an, derjenige, der Anspruch auf eine Kostenerstattung eines Medizinproduktes hätte, könnte dieses auch GLOBAL (weltweit) beschaffen. Und nehmen wir weiterhin an, er bekäme dann 50% der gegenüber einem vergleichbaren Produkt ERSPARTEN KOSTEN als "Prämie" ausbezahlt. Nur, wenn es in der Kasse der Bürger klingelt, werden diese ggf. auch etwas Aufwand betreiben, sich über Alternativen zu informieren.

Sicher gibt es noch weitere GUTE ANSÄTZE, wie man ANREIZSYSTEME schaffen kann, die unerwünschten Tendenzen entgegenwirken. Das Problem ist nur, dass man es AN ENTSCHEIDENDER STELLE auch WILL.

Und hier könnte ein vergleichbarer ANREIZ weiterhelfen. In Unternehmen kennt man ein "betriebliches Vorschlagwesen". Oft werden hierbei für EINSPARUNGEN PRÄMIEN ausgelobt. Warum sollte das deutsche VOLK als Arbeitgeber der ABGEORDNETEN und BEAMTEN nicht ähnliche Anreize schaffen. Ein Gesetzesvorschlag, der umgesetzt wird und zu EINSPARUNGEN oder sonstigen ENTLASTUNGEN der BÜRGER führt, wird in den ersten Jahren mit einer abnehmenden PRÄMIE (prozentual, gestaffelt nach volkswirtschaftlichem Umsatzvolumen) "belohnt".
Thomas W. Müller
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