Autor Thema: Konsequenzen des Kirchenaustrittes (Exkommunikation - ja oder nein?)  (Gelesen 970 mal)

Ungläubiger

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Frage: ist man nach dem Kirchenaustritt noch Christ? Es heißt, einmal katholisch, immer katholisch! Ist da was dran?
Oder muss man noch einen gesonderten Austritts-Antrag stellen? Gibt es da Unterschiede zwischen der katholischen
Kirche und der evangelischen Kirche? Wer weiß Bescheid?
« Letzte Änderung: 20.04.2011, 19:12 von Datko »

Datko

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Frage: ist man nach dem Kirchenaustritt noch Christ? Es heißt, einmal katholisch, immer katholisch! Ist da was dran?
Oder muss man noch einen gesonderten Austritts-Antrag stellen? Gibt es da Unterschiede zwischen der katholischen
Kirche und der evangelischen Kirche? Wer weiß Bescheid?

Was die r.-k. Kirche angeht, gibt es scheinbar zwei unterschiedliche Standpunkte, den Standpunkt der deutschen r.-k. Bischöfe und den Standpunkt des Vatikans, also des r.-k. Papstes.

- Vatikan : Die röm.-kath. Zentrale, der Vatikan,  hat eine andere Meinung als die deutschen r.-k. Bischöfe : "Nur solche Motive, die den Abfall vom Glauben umfassen ... werden von Rom als Exkommunikationsgrund akzeptiert. Der anonyme Austritt vor einer staatlichen Behörde wird in den 2006 veröffentlichten Normen ausdrücklich ausgeschlossen"
http://www.kath.net/detail.php?id=26600

- r.-k. deutsche Bischöfe : Bei Kirchenaustritt gegenüber einer Behörde ist man nicht mehr Kirchenmitglied, man ist auch exkommuniziert, allerdings bleibt man "Getaufter".
Siehe, viel genauer: http://www.kath.net/detail.php?id=30676
« Letzte Änderung: 20.04.2011, 19:11 von Datko »
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
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Ungläubiger

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Man wird durch die Taufe"zum Christen gemacht".
Glatter Kindesmissbrauch.
Säuglingstaufe, nein danke!

Datko

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Man wird durch die Taufe"zum Christen gemacht".
Glatter Kindesmissbrauch.
Säuglingstaufe, nein danke!

Da sieht man wie veraltet die "Moral" der Christen ist, sie kennt scheinbar kein Selbstbestimmungsrecht. Da wird heute noch über den Menschen bestimmt, in welchem Jahrtausend leben die Priester eigentlich!
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
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emporda

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Zur Jahrhundertwende 1900 sind über 80% der Menschen in Westeuropa, Nordamerika, Australien und Neuseeland noch Christen, dieser Anteil ist auf 40% gesunken und wird im Jahr 2050 um 20% betragen. Nach einer IPSOS Umfrage von 2011 in 23 Ländern unter 18.829 Befragten glauben 51% an ein göttliches Wesen, 17% sind sich unsicher und 18% glauben nicht daran. Etwa 26% glauben an das ewige Leben, 28% an den biblischen Kreationismus, dagegen sind 41% sind von der Evolution überzeugt. Die Gläubigkeit dominiert Länder wie Indonesien, Türkei, Brasilien, Südafrika, Mexiko; die Ungläubigkeit Länder wie Frankreich, Schweden, Belgien, UK, Japan und Deutschland.

Je besser ein Land in einer Wissens- und Leitungsgesellschaft wie Westeuropa integriert ist und für seine Bürger Wohlstand, Bildung, Sicherheit, soziale und Gesundheitsvorsorge bieten kann, je rapider schreitet die Säkularisierung voran. Je rückständiger ein Land ist und diese Errungenschaften den Bürgern vorenthält, je höher ist die Beteiligung an religiösen Kulten. Vertreter der RKK bejubeln gerne den Wachstum ihrer Religion in den unterentwickelten Ländern, nüchterne Wissenschaftler und Soziologen sehen darin den Grund für die mangelnde Entwicklung dieser Länder. Den Ländern in Westeuropa ging es im finsteren Mittelalter mit einer dominierenden Religion genau so elend. Erst mit der Säkularisierung und der Bedeutung der Wissenschaft konnten wir uns entwickeln.

In 24 führenden Industrieländern sind 50% der Meinung Gläubige sind viel zu intolerant zu ihren Mitmenschen. Länder wie die Schweiz, Dänemark, Niederlande, Norwegen, Neuseeland, Nord-Irland, Australien und Portugal haben Werte über 75%. In Ländern wie USA, Russland, Ungarn, Bulgarien, Lettland, Zypern, Malta und den Philippinen wird dies nicht so gesehen. Die Beweise für die Evolution nach Charles Darwin ohne göttliches Wirken gelten als ausreichend in China (67%), Ägypten (50%), USA, Süd-Afrika und Indien (43%), Mexico, UK und Spanien (38%), Argentinien (37%), Russland (32%).

In der BRD sind 35% der Bürger konfessionslos, 28% evangelisch, 29% katholisch und 8%  Analphabeten ohne klare Zuordnung zu den 3 Gruppen. Nur 6% der Evangelen (21,6%) und 9% der Katholen (30,8%) glauben das komplette christliche Bekenntnis, wobei die Evangelen davon deutlich mehr Einzelheiten in Frage stellen. Nicht einmal 1% der Bürger akzeptiert kritiklos den gesamten Christenkult, nur sie allein sind nach den Kriterien ihrer Amtskirche wahre Christen, der Rest sind zahlende Heiden. Damit schrumpft die RKK rapide auf unter 25% der einstigen Größe. Die 9.850 RKK Priester sind 2010 im Schnitt 59 Jahre alt ohne Aussicht auf Nachwuchs. Anstelle von >400 Novizen/Jahr gibt es unter 100 Bewerber, davon sind 70% ungeeignet. Die RKK Klöster und Orden mit 22.000 Nonnen sterben aus, es sind zu 90% arbeitsunfähige Alte, die auf Pflege angewiesen sind.

Das Bistum Speyer löst Ort für Ort 124 von 346 Pfarrgemeinden auf, Würzburg 455 von 619, Magdeburg 44 von 186, Erfurt 10 von 16, Freiburg 747 von 1075, Trier 216 von 389 Hildesheim 224 von 348, Essen 216 von 259, Aachen 379 von 450 usw. Die RKK Bistümer vermeiden exakte Angaben zur Anzahl früherer Pfarreien als Eingeständnis ihres Versagens, die Gesamtzahl wird auf unter 1.500 reduziert. Damit rückt die Schließung von 20 der derzeit 27 Bistümer näher, <20.000 Kirchenbauten der etwa 27.000 sind überflüssig. Nicht geweihte Assistenten verlesen „Wortgottesdienste“ als Märchenstunde. Ebenso wie in Frankreich sind dies verheiratete Hilfskräfte ohne jede priesterliche Befähigung.

Priester müssen bis zu 14 Gemeinden betreuen ohne engen Kontakt zu den Gläubigen. Bei  älteren und mehrheitlich behinderten Gläubigen treibt das jeden aus der Kirche. Die seit 3 Jahren durchgeführte Neuordnung der RKK mit <25.000 Gläubigen je Pfarrstelle anstelle früher 1.500 soll den Priestermangel kompensieren, weniger als 1 Mill. der Katholiken gehen noch in eine Kirche. Die RKK verliert in 10 Jahren >12% der Mitglieder, mehr als es Taufen gibt, die Eheschließungen nehmen um >50% ab. Im Bistum Aachen sind >3.000 durch Erbschaften erschwindelte Kirchenimmobilien überflüssig.

Die evangelische Kirche hatte 2009 mit 1.700 Gläubigen/Pfarrstelle zu noch viele Pfarrer, jetzt herrscht großer Mangel. Das Vertrauen in die Amtskirchen ist so niedrig wie nie zuvor. Die demographische Entwicklung und der freiwillige Religionsunterricht beschleunigen den Niedergang rasant. Nach einer Befragung durch die EKD entfernen sich alte Menschen mit >60 Jahren zunehmend von Religion und Kirche. Nach einer internen Beurteilung verliert die evangelische Kirche in 30 Jahren weitere >8 Mill. oder 35% ihrer Mitglieder.

Österreich als Land mit kirchlicher Zwangssteuer bei über 5 Millionen RKK Christen erlebt Kirchenaustritte im fatalen Ausmaß, obwohl die Menschen zu 58% an Schutzengel, 22% an Geister und 16% an die Wiedegeburt glauben. Die Austritte von 2009 sind nochmals um 60% angestiegen, die Gründe sind Sexskandale, Prügelorgien und das Theater mit den Pius-Brüdern. Die Diözese Innsbruck hat für 291 Pfarreien nur noch 144 Priester, die Diözese Salzburg für 64 große Pfarrverbände 185 Priester, in der Diözese Vorarlberg sind 35 Pfarreien ohne Priester. Nach einer Umfrage sind die Priester zu 51% für die Weihe von Frauen, zu 81% für verheiratete Priester und 41% halten ihre Kircheführung für unfähig. Die Priesterseminare wie St.Pölten sind von einst >160 Teilnehmer auf <40 gesunken.

Nach dem Markt- und Sozialforschungsinstitut GFS Zürich sind 44% in den letzten 5 Jahren aus der RKK ausgetreten, weitere 11% denken an einen Austritt und 18% tun dies „ab und zu“. Die Zahl der Priester in der Schweiz ist in dieser Zeit um >35% gesunken. Von den 408.000 RKK Priestern weltweit ist deren Zahl in Europa mit 120.000 um 10% gesunken. Frankreich hat keine Kirchensteuer, etwa 12.000 katholische Priester sind im Mittel 77 Jahre alt. Das Erzbistum Poitiers hat für 730.000 Katholiken in 600 Pfarreien nur <300 Priester, 50% davon sind über 80 Jahre alt. Das Bistum rechnet jährlich bei etwa 40 Abgängen bei 3 Novizen entsprechend etwa 80 Novizen für ganz Frankreich. Nach Befragungen akzeptieren gläubige Franzosen zu >66% verheiratete Priester. Im Bistum Poitier werden viele der Gemeinden mit Predigt, Katechese, Diakonie und Finanzen komplett von Laien geführt – das Ende von RKK und Zölibat ist nicht aufzuhalten.

Die „London School of Economics and Political Science“ ermittelt 2009 per Befragung von von 14.000 US-Jugendlichen gemäß Satoshi Kanazawa Intelligenzwerte bei Atheisten mit IQ>=106, bei Religiösen mit IQ=<95 und bei Fanatikern mit IQ=<65. Religion als negative Auslese rekrutiert sich aus den untersten Bildungsschichten, Gläubige sind extrem einseitig gebildet, geistig bequem aber vermehrungsfreudig. Atheisten sind evolutionär auf Neues ausgerichtet, tolerant, weniger fremdenfeindlich ohne Antisemitismus. Religionen haben ihre Wurzeln in Ignoranz, Bildungsmangel, Rassismus, Macht und Ausbeutung durch die Kirche, begründet wird das als liebevoll und vom jeweiligen Gott befohlen.

Eine Umfrage der Royal Society ergibt nur <3,3% der britischen Akademiker, aber 68,5 % der Bevölkerung glauben an Gott – je frommer umso dümmer. Eine Umfrage von Omni Quest im Jahr 2010 zeigt nur 20% der Deutschen glauben an die Aufklärung der RKK-Skandale, 70% halten die RKK für unehrlich und verlogen. Durch die breite Verfügbarkeit des Internets steigt die Einschätzung dogmatischer und diktatorischer Systeme zunehmend als verlogen und betrügerisch. Die Systeme selber agieren wie das „gelähmte Kaninchen“ und verweisen besonders auf die Erfolge in Afrika. Allerdings zahlt ein Kirchensteuerchrist in der BRD im Monat deutlich mehr, als 10 afrikanische Christen im ganzen Jahr.

Für >74% der Priester sind die Vorgaben der Kirchenleitung unvereinbar mit den Wünschen der Gläubigen, für >80% der noch normalen Priester bedingt sexueller Missbrauch die kirchliche Dogmatik zu revidieren. Der Theologe Klaus-Peter Jörns hinterfragt 1996 bei Pfarrern die Glaubensinhalte, die Resultate sind aus der Zeit ohne Schweinepriester und haben sich in den letzten 15 Jahren mit Hundertausenden Mißbrauchsfällen verschlechtert:
65% sehen Jesus Christus als Gott, erkennen also die Existenz eines Gottes an
33% halten die Heilige Schrift für heilig
43 % glauben an die Allmacht Gottes
13 % glauben an die biblisch-theologische Aussage der Erbsünde
33 % glauben an ein jüngstes Gericht und die Hölle
Atheist seit 73 Jahren

Ungläubiger

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Die Bischöfe leiden an Priesternachwuchssorgen. Selber schuld. Wie sollten sie denn das Problem lösen?????

TWMueller

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  • Freiheit heißt, entscheiden können.
    • SchornsteinFegerRechts-Reform
Die Evolution denkt in GENERATIONEN.

Hinsichtlich der Bedeutung der "klassischen" Religionen und Kirchen wird zudem ein progressiver Abbau zu beobachten sein. Solange es noch soziologisch als "normal" gilt, einer Religionsgemeinschaft anzugehören, trauen sich nur wenige Menschen, sich offen als "Aussteiger" zu bekennen. Je normaler es jedoch wird, selbst zu denken, umso leichter fällt es Zweiflern, die angestammten Bahnen zu verlassen. Und je mehr Kritiker Argumente und Denkanstöße frei publizieren können, umso rasanter werden junge Menschen aus dem überholten Trott aussteigen. Und mit jeder geschlossenen Kirche geht auch ein Werbemittel verloren. Jeder, der keine Kirchensteuer zahlt, verringert den Werbeetat.

In ein oder zwei Generationen wird das aufgeklärte Europa jedoch vermutlich ein Problem mit christlichen Extremisten aus "gläubigen" Dritteweltländern bekommen. Die zurückgebliebenen "Gläubigen" wollen letztendlich doch etwas vom Kuchen der Aufgeklärten abhaben.

Wer heute schon etwas gegen den drohenden Glaubens- oder Bildungskrieg unternehmen will, sollte sich dafür einsetzen, dass das Internet weltweit Verbreitung findet. Und auch wenn manche "Führungselite" versuchen mag, die Netzinhalte zu zensieren, die Technik wird sich als unkontrollierbar erweisen. Nichts ist letztendlich wichtiger für den Frieden als Bildung und Informationsfreiheit und -vielfalt. Rundfunksender sind hierbei leicht zu kontrollieren, Zeitschriften schon schwieriger, aber ein Informationsnetz entzieht sich der Macht. Netzsperren mögen die Verbreitung von Informationen behindern oder verlangsamen, aufhalten können sie diese nicht.

Wir sollten statt Panzern besser Computer und Glasfaserkabel nach Afgahanistan schicken. Und jedem Care-Paket sollte ein einfaches Handy beiliegen. Am billigsten und wirksamsten wird Deutschland an der und duch die Tatstatur verteidigt. Wieviel sicherer würde die Welt, wenn auch nur 2/3 des Rüstungsetats in IT-Technologie umgeschichtet werden würde? Und den wertvollsten Friedenspreis wird sich derjenige verdienen, der die Technik entwickelt, dass sich Menschen unterschiedlicher Sprachen (im Netz) austauschen können. Wenn die Soldaten im Internet Freunde geworden sind, dürfte es den Generalen schwer fallen, diese in die Schützengräben zu treiben. Noch sind die Sprachen und Schriftzeichen ein Hemmnis. Aber auch diesbezüglich wird uns die Technik weiterhelfen.

Solange die "Gläubigen" die heiligen Bücher nicht selbst lesen konnten, waren sie den "kundigen" Eliten hilflos ausgeliefert. Je leichter es wird, Quellen auch selbst zu prüfen, je kritischen werden die Menschen. Der Buchdruck war der Anfang vom Niedergang der elitären Machtkirche. Das Internet wird sie beerdigen.
Thomas W. Müller
Tel.: (06134) 564620
Mail: politik@twmueller.de
(Ich freue mich immer über persönliche Kontakte)