Autor Thema: Kirche am Eigenen Untergang völlig Unschuldig  (Gelesen 2490 mal)

Chaeremon

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Völlig überraschend wurde eine Statistik der EKD veröffentlicht, bei der über Kirchenaustritte sinniert wird.

Der eigentliche Ansatz findet sich allerdings in folgender "Feststellung" dieser Statistik-"Studie", Zitat: Mithin lässt sich nicht mehr sagen, dass es am Agieren der Institution liege, wenn sie Mitglieder verliert.

Na sowas, die Kirche(n Institution) ist 'mal wieder völlig unschuldig.

TWMueller

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Re: Kirche am Eigenen Untergang völlig Unschuldig
« Antwort #1 am: 06.03.2014, 21:38 »
Na sowas, die Kirche(n Institution) ist 'mal wieder völlig unschuldig.

Die Gewerkschaft der Gaslaternen-Anzünder war seinerzeit auch nicht schuld, dass sie keine Mitglieder mehr hatte, nachdem der elektrische Strom erfunden worden war.

Wenn die Menschen nicht mehr einfach kritiklos "glauben", ist dies wohl auch nicht die "Schuld" der Kirchen. Schuld ist unser Bildungssystem und (noch schlimmer) das Internet. Der Eine oder Andere fängt doch tatsächlich mal an, SELBST zu denken.

Erstaunlich finde ich zudem, dass ich in Gesprächen mit Menschen, die bewußt Mitglieder einer Kirche sind und sich aktiv in die Gemeindearbeit einbringen, schon gehört habe, dass man dort TROTZ BIBEL und nicht WEGEN DER BIBEL ist. Im Vordergrund steht die GEMEINSCHAFT und nicht die Religion.

Gerade in ländlichen Regionen fehlt jedoch meist jegliches KIRCHEN-FREIES Sozialangebot. Es gibt maximal noch die kirchliche Jugendgruppe oder ein Angebot einer C-Partei. Hätten glaubensneutrale Bürgerinitiativen auch nur ansatzweise die gleichen FINANZIELLEN Möglichkeiten, wie die etablierten Glaubensgemeinschaften, die Statistiken der Kirchen würden noch viel deutlicher zum Ausdruck bringen, wonach die Menschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts suchen und streben. Ein 2000 Jahre altes Geschichtsbuch dürfte kaum mehr eine Rolle spielen. Man kann eben auch dann ein GUTER MENSCH sein, wenn man nicht an HIMMEL und HÖLLE glauben will.
« Letzte Änderung: 06.03.2014, 21:40 von TWMueller »
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Griseldis

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Re: Kirche am Eigenen Untergang völlig Unschuldig
« Antwort #2 am: 11.03.2014, 17:14 »
Bitte nicht vergessen, dass die Arbeit, die in den Kirchengemeinden vor Ort geleistet wird, zum größten Teil nicht vom großen Mutterkonzern Kirche finanziert wird. Das Argument, soziale Angebote gäbe es nur von den "reichen" Kirchen, die sich das auch leisten können, überzeugt mich daher an dieser Stelle nicht.

TWMueller

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Re: Kirche am Eigenen Untergang völlig Unschuldig
« Antwort #3 am: 13.03.2014, 00:47 »
Das Argument, soziale Angebote gäbe es nur von den "reichen" Kirchen, die sich das auch leisten können, überzeugt mich daher an dieser Stelle nicht.

Wenn Herr OHNEGELD und Herr MILLIONÄR zur Bank kommen und jeweils 50.000,- Euro Kredit für ein neues Geschäft haben möchten, wer wird diesen wohl bekommen?

Wo sind denn die FREIEN Kindergärten?
Wo sind denn die FREIEN Jugendclubs?
Wo sind die FREIEN Seniorentreffs?
Wo sind denn ... ?

Die START-Voraussetzungen sind einfach zu unterschiedlich.
Vielleicht mangelt es den EINZELNEN Bürgern jedoch auch an einem VERBINDENDEN Element, das sie zunächst mal für eine AKTIVITÄT gewinnen kann. Man kann relativ leicht einen Fanclub FÜR einen Sänger oder FÜR einen Fußballverein ins Leben rufen. Einen entsprechenden Club für "gute Musik" oder für "Fairness im Sport" zu gründen ist zwar nicht unmöglich, dürfte aber deutlich schwerer fallen.

Bitte nicht vergessen, dass die Arbeit, die in den Kirchengemeinden vor Ort geleistet wird, zum größten Teil nicht vom großen Mutterkonzern Kirche finanziert wird.

Das Problem ist nicht, das GESCHÄFT zu BETREIBEN,
das Problem ist, ins GESCHÄFT zu KOMMEN.

Die Psychologie der BEKANNTEN MARKE funktioniert halt nicht nur bei WAREN oder DIENSTLEISTUNGEN, sie wirkt auch bei FÖRDERGELDERN. Die bayerische Gemeinde wird ihr Grundstück halt lieber an die katholische Kirsche zum Bau eines Kindergarens verkaufen, als an einen atheistischen Kindergarten-Verein oder gar an eine Glaubensrichtung, die man als "Gefahr" oder als "unpassend" ansieht. Es "menschelt" eben.
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