Schönen Dank für die ausführliche Stellungnahme, ich werde nach und nach, sobald es meine Zeit zulässt, auf einzelne Punkte eingehen.
Hallo Joachim,
es sollte den Eltern überlassen bleiben von wem sie das Gehirn ihrer Kinder Waschen lassen, um Deine Ausdrucksweise zu verwenden. Das was Du beschreibst nennt man auch woanders Lernen, oder wie bekommt man sonst z.B. eine Fremdsprache in den Kopf? Und die Lehren der katholischen Kirche sind gut und sozialisieren die kleinen Wesen sehr gut. Die Kinder lernen nichts schlechtes von den 10 Geboten oder aus dem Neuen Testament.
Dann sehen wir uns einmal die uralten, meiner Ansicht nach abgestandenen "10 Gebote" an.
Als Grundlage können wir
http://de.wikipedia.org/wiki/Zehn_Gebote, wie sie von großen christlichen Kirchen verwendet werden, nehmen. Es gibt da ja viele verschiede Interpretationsmöglichkeiten, ein Original der 10 Gebote gibt es nicht, die zehn Gebote sind nicht authentisch.
- Selbstvorstellung JHWHs
- Fremdgötterverbot
- Bilderverbot
- Namensmissbrauchsverbot
Die ersten Gebote sind keine allgemeinen Gesetze, sondern eine Selbstbeschäftigung des christlichen Gottes mit sich und seinem Egoismus.
- Sabbatgebot
Als eines von zehn Geboten, mit einer solchen Lapalie kann man keinen Staat machen.
Den Rest spare ich mir an dieser Stelle, in den 10 christlichen Geboten ist meiner Ansicht nach keinerlei geistige Substanz.
Wir haben im Staat eine ausführliche Gesetzgebung, die 10 christlichen Gebote mögen für aggressive Hirtenvölker ein Anhaltspunkt gewesen sein, für einen modernen Staat kommen sie meiner Ansicht nach nicht in Frage.
Immerhin baut die gesamte Gesellschftsordnung im Okzident auf diesen Lehren auf und auch die Gründerväter der Bundesrepublik haben die von der Christlichen Glaubenslehre vermittelten Werte als Basis für die Soziale Marktwirtschaft genommen.
Unsere moderne Gesellschaft baut auf Humanismus und Naturwissenschaften auf, das Christentum ist eine Mischung aus dem Weltbild aggressiver Hirtenvölker und dem Glauben an einen wundertätigen Wanderprediger.
Wenn z.B. eine ev. Bischöfin, wie die Frau Käßmann, betrunken in einem teuren Luxusdienstwagen von der Polizei aufgehalten wird, dann hat ihr Gott nichts zum Auto beigetragen, weder hat er es bezahlt, noch konstruiert. Die soziale Marktwirtschaft hat nichts mit dem Christentum zu tun, im Gegenteil, die Priester kassieren kräftig ab, wie z.B. der r.-k. Bischof Mixa, der als Priester Weinrechnungen über Tausende auf Kosten eines Waisenhauses unterschrieben hat.
Wenn die Eltern nicht die Sozialisierung ihrer Kinder übernehmen, wer soll das sonst machen? Die Schule? Die Gesellschaft? Dass sie daran scheitern sieht man immer wieder. Die Religion ist zwar kein Garant, jedoch ein Mittel die Kinder gut zu sozialisieren. Natürlich gelingt es auch ohne Religion, die Religion gibt aber ein solides und ganzheitliches Regelwerk vor. Wozu das Rad neu erfinden?
Aus allgemeiner Sicht übernimmt die Schule die Sozialisierung, aus individueller Sicht die Eltern.
Religionen versuchen ihr Weltbild als eine Art Schallplatte den Kindern zu indoktrinieren. Für Religionen sind Kinder in der Regel Objekte, die man zu Gläubigen macht, damit sie später auf die Priester arbeiten. Ich erinnere mich noch an eine üble Religionsstunde, in der der Religionslehrer, ein Priester, unbedingt von den Kinder wissen wollte, welche christlichen Heiligen die r.-k. Kirche so hat.
Menschen, die im Glauben aufgewachsen stehen in schweren Lebenssituationen nicht alleine dar. Die Religion gibt einem Hilfe, Halt und Möglichkeiten zur Krisenbewältigung, die sich nicht gläubige mühsam komplett erarbeiten müssen, erst wenn sie in die Situation kommen, woran die meisten scheitern.
Für viele Menschen ist es gefährlich, wenn sie sich auf einen nicht existenten Gott und auf dessen Priester verlassen.
Die Gefahr ist groß, dass man zu wenig eigene Aktivitäten entwickelt.
Und was wollen Priester, insbesondere römisch-katholische, mit ihrer oft eingeschränkten Lebenserfahrung an Lebenshilfe leisten. Die Gesellschaft betreibt einen gut ausgestatteten Sozialbereich.
Die Kirchen sind an ein uraltes Weltbild von Hirtenvölkern und an einen Wunderglauben gebunden, das ist heute für die Menschen weitgehend unnütz.
Wenn selbst nur noch 12,6% der Katholiken und ungefähr 5% der evangelischen Christen die Kirche besuchen, dann erwarten da die Menschen nicht viel an Lebenshilfe.
Wenn Religion für Dich nichts ist, dann ist das doch OK für Dich, aber lass bitte andere für sich entscheiden. Ich fürchte mich vor einem Volk aus Atheisten - nicht vor den gebildeten und nachdenklichen, sondern vor der 'gehirnlosen' Masse, die dann auch noch ohne moralische Werte und Normen im wahrsten Sinne Asozial die Gesellschaft zersetzt. Schon heute sieht man, dass der Mangel an Werten zu einer Verrohung der Sitten und zunehmender Gewalt in der Gesellschaft führt.
Vor Atheisten braucht man sich nicht zu fürchten, sie treten nicht geschlossen auf, wie religiöse Menschen. 1631 hatten katholische Truppen über 20.000 Magdeburger massakriert, der damalige r.-k. Papst freute sich über das Massaker. Gerade im religiösen Umfeld ist der Mensch oft bereit, um höherer Ziele wegen, sich für üble Ziele aktivieren zu lassen.
Religionen sind meiner Meinung nach keine moralischen Institutionen, oft ist "Moral" ein Geschäftszweig von Religionen.
Aus Deiner Sicht versäumt vielleicht ein nicht getauftes Kind nichts, aber aus der Sicht des Kindes versäumt es die Kommunion/Konfirmation/Firmung, die Gleichaltrige haben. Das schliesst aus und ist für das Kind oft eine Katastrophe.
Was soll es denn für eine Katastrophe sein, wenn man nicht in der Herde mitläuft und den Priestern triviale Texte nachbetet. Sollte es nicht eher für einen jungen Menschenpeinlich sein, Priester etwas nachzubeten? Heute gehen immer mehr Menschen, die als Säugling getaufte wurden, ihre eigenen Wege. Es gehen nur ungefähr 12,6% der Katholiken und 5% der Evangelischen am Sonntag in die Kirche, eine kleine Herde. Noch vor ein paar Jahrzehnten war der soziale Druck durch die Kirchen so groß, dass viele Menschen sich den Priestern unterwarfen.
Z.B. Der Rückgang der Kirchgänger unter den Katholiken:
1960 46%
1980 28%
2000 17%
2010 12,6%
Selbst der Priesternachwuchs für den Gemeindedienst bricht in Deutschland zusammen und kann mittlerweile auf der hunderter Tafel abgezählt werden.
2009 99
2010 80
Auffällig ist auch, dass es nur noch wenige r.-k. Trauungen gibt:
Katholische Trauungen, wenn mindestens ein Ehepartner katholisch ist in %
( Quelle: http://www.dbk-shop.de/media/files/DBK_5249.pdf Seite 15 )1980 57%
1990 48%
2000 34%
2010 30%
Der Zwang, überkommene christliche Traditionen mitzumachen, geht immer weiter zurück.