Autor Thema: GEMA-PETITION  (Gelesen 4285 mal)

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GEMA-PETITION
« am: 16.01.2010, 15:36 »
Die  GEMA als deutscher Monopolist für Leistungsverwertung von Ton- und Textdichtungen verliert zusehens das Vertrauen ihrer Mitglieder. Der Grund dafür ist die Umverteilung von Geldern mittels des "Solidarprinzips". Das bedeutet nichts anderes, als dass bestimmte bevorzugte Mitglieder Gelder aus dem goldenen Topf der GEMA bekommen, die nicht sie selbst, sondern andere Künstler eingespielt haben. Diese anderen Künstler sind meist jung und kreativ, bekommen aber oft nur einen Bruchteil der von ihnen eingespielten Tantiemen. Die Mechanismen dafür sind "Verwaltungsgebühren" von 16% der Einnahmen, ein Punkte-System zur Bewertung der musikalischen Qualität und  die berüchtigte Pro-Formel, die kleinen Live-Bands beträchtliche Abzüge an deren Konzert-Tantiemen bescheren kann.
Die Profiteure sind meist altgediente Mitglieder der GEMA, die irgendwann einmal für Einnahmen sorgten und jetzt sogar eine GEMA-Rente bekommen können.

Die GEMA als quasi Staat im Staat steht nur unter der Kontrolle des Patentamtes. Was die Beamten im Patentamt vom Alltag eines Musikers verstehen, kann sich jeder selber vorstellen.
Deshalb schliessen sich immer mehr Musiker zusammen, z.B. beteiligten sich jüngst über 106 000 Künstler an einer GEMA-Petition im deutschen Bundestag.

Auch bringen Verbände wie z.B. der Deutsche Rock- und Popmusikerverband die angeschlossenen Mitglieder in eine stärkere Position der scheinbar allmächtigen GEMA gegenüber.
Diese Vernetzung  ist meiner Ansicht nach der einzige Weg, in Deutschland gegen die etablierten Monopole angehen zu können.  Wenn z.B. Schornsteinfeger glauben, sie würden von der Bevölkerung gebraucht, warum bestehen sie dann auf ihrem Monopol? Was wäre der Ausgang einer Volksabstimmung über Sinn und Unsinn der jährlichen Kehrerei?

Steter Tropfen höhlt den Stein. GEMA, Schornsteinfeger und andere wissen genau, dass sie so nicht von der Bevölkerung akzeptiert werden. Man muss aber dranbleiben. Einzeln und vernetzt, denen beständig zusetzten.

Was wäre, wenn z.B. in der Sprechstunde des lokalen Bundestagsabgeordneten 50 Schornsteinfeger-Geschädigte auftauchten und ihre Anliegen vorbringen?

Mal sehen, was passiert, etwa bei mir in Göppingen