Autor Thema: Der atheistische Gott  (Gelesen 1791 mal)

Ungläubiger

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Der atheistische Gott
« am: 11.04.2012, 14:12 »
"Gott" hat versagt bei der Erschaffung des Menschen, er glaubt nicht mehr an sich:

Erst erschuf er den Affen, dann aus Verzweiflung den Menschen.
War nichts, also erst einmal Sintflut her.
Brachte auch nichts, Sohnemann wurde gesandt,
war auch nichts, kam  mit den Menschen nicht zurecht, nicht einmal bis zu seiner Verabschiedung hatte er eine Freundin.

Dann versuchten die Priester den Menschen "Gott" schmackhaft zu machen. Inquisition, Hexenverbrennungen und andere Scheußlichkeiten brachten auch nicht den gewünschten Erfolg.

Die letzten Versuche mit Tanzverbot, aber mit lauter kreischender Kirchenmusik, brachten auch keine Erfolge.

Jetzt sitzt die Kirche vor einem Scherbenhaufen, die Priester glauben auch nichts mehr und die vielen Scheinheiligen
biegen sich ihren Glauben so zurecht, wie er ihnen am besten in den eigenen Kram passt, denn sie wissen, man lebt nur einmal.
(Wulffsches zelebriertes Christentum) 
« Letzte Änderung: 11.04.2012, 17:27 von Ungläubiger »

TWMueller

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Re: Der atheistische Gott
« Antwort #1 am: 11.04.2012, 22:15 »
Endlich mal wieder ein Beitrag, der mich zum Schmunzeln brachte. Weniger der Beitrag von [Ungäubiger] selbst, denn dessen Überschrift.
"Der atheistische Gott"
Ein verbaler Widerspruch in sich. Zu deutsch: "ein nicht-göttlicher Gott"

Aber in Prinzip spiegelt dieser Widerspruch den in den meisten Menschen tief verankerten Glaubenssatz wider: Es muss doch da noch irgend etwas sein.
Vielleicht ist die Bezeichnung "Gott" nicht zutreffend, aber man will doch an etwas "glauben".

Und so gibt es sogar eine "atheistische" Religion (oder Kirche?), die von ihren Mitgliedern "Kirchensteuer" erhebt.
Und wenn sich Atheisten zum Diskutieren über "Gott und die Welt" zusammensetzen, ist das dann ein "atheistischer Gottesdienst"?
Warum trifft sich die "Gemeinde" eigentlich nicht zum "Menschen-Dienst"?

Man merkt, die Einbindung der Menschen seit frühester Jugend in eine Glaubensgesellschaft hat zu tief verankerten verbalen Begriffen geführt, die auch bei einer Abwendung von zelebrierten Glaubensriten nicht so ohne Weiteres abgeschüttelt werden kann. Jeder Leser, gleichgültig ob religiös oder atheistisch, möge mal ein paar Tage auf die verwendete Sprache achten. Zwei Komponenten werden wir immer wieder begegnen (ohne sinnvolle Ersatzbegriffe zu haben): Der Religion und dem Militär.

Eine Befreiung von überholten Denkstrukturen würde damit beginnen, selbst auf die eigene Wortwahl zu achten. Man wird das Kirchen- und Schlachten-Vokabular zwar nicht umgehen können, aber es ist ja bereits ein Anfang, wenn man erkennt, wie oft entsprechende Begriffe verwendet werden.

Aber ganz so schnell sind jahrhundertelange Prägungen eben nicht abzuschütteln. Monarchen und Kirchenfürsten aller Zeiten achteten sehr darauf, den Menschen deren Minderwertigkeit immer und immer wieder vor Augen zu führen. Nur so war deren Machtposition zu sichern. Und wenn man selbst heute in einer eigentlich aufgeklärten Gesellschaft beobachtet, wie unterwürfig Menschen werden, wenn "der Abgeordnete" oder gar "ein Minister" oder ein kirchlicher "Würdenträger" auftreten, wird deutlich, dass diese Untertanen-Prägung noch immer wirkt. Das Volk schreit zwar nach "Demokratie", aber es verschlingt in den Medien jeden Bericht über Königshäuser und Adel. Und die Spitze der Bewunderung gilt dann dem "König der Könige", dem "Herrscher in der Höhe", dem "allmächtigen Gott". Und wer brav alle Gebote befolgt und regelmäßig im "Gottesdienst" am lautesten singt, kann sich selbst ein Wenig im Schatten seines "Stars" sonnen.
« Letzte Änderung: 11.04.2012, 22:31 von TWMueller »
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Ungläubiger

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Re: Der atheistische Gott
« Antwort #2 am: 12.04.2012, 12:05 »
"Menschen-Dienst" klingt nicht schlecht. Es könnte auch ein "Tag der Stille" eingeführt werden, für alle. Keine Musik, kein Tanzen, kein Glockengeläut und Kirchenmusik. Das wäre doch was und ich bin davon überzeugt, eine überwiegende Zahl der Menschen wäre damit einverstanden.Weltweit.  Ob das die Politiker mal entscheiden? DAS wäre ein Wunder!!!

TWMueller

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Re: Der atheistische Gott
« Antwort #3 am: 12.04.2012, 21:46 »
Es könnte auch ein "Tag der Stille" eingeführt werden, für alle.

Sorry, aber Stille, Einkehr und Probleme haben die Menschen doch ganz automatisch und mehr als genug. Wer ins Grübeln kommen will, braucht doch nur willkürlich eine Nachrichtensendung im Fernsehen anschauen.

Was die Menschen jedoch heute mehr brauchen denn je sind Lebensfreude, Mut und Aktivierung. Statt mit biblischen (oder weltlichen) Strafen zu drohen, sollten die Menschen Freiraum erhalten, SELBST die Zukunft zu gestalten. Sie brauchen hierzu POSITIVE BEISPIELE, AUSSICHT AUF ERFOLG und FREUDE AM GESTALTEN. "Menschen-Dienst" wäre somit das MITEINANDER, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt und nicht nur die MACHT- und KAPITAL-Interessen Weniger.

Wir brauchen keine Feiertage der Stille und Besinnung. Wir brauchen Tage der FREUDE. Wir brauchen Tage, die Spaß auf das Leben machen. Wir brauchen Tage der Kreativität Wir brauchen Tage des Miteinander. Statt Tanz-Verbote sollten eher Tanz-Gebote verordnet werden. Statt an tote Propheten zu erinnern, sollten lieber lebende Kinder in den Fokus genommen werden.

Wie leicht ist es, Menschen unglücklich zu machen oder sie zum weinen zu bringen. Wer "Menschen-Dienst" im Kleinen ausprobieren möchte, sollte versuchen, jeden Tag auch nur EINEN Menschen zum Lachen zu bringen. Und ganz nebenbei: Eine Welt, die gemeinsam lacht und sich freut, schlägt sich auch nicht so schnell die Köpfe ein.
Thomas W. Müller
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