Deswegen kann man Betrieben nur raten, rechtzeitig für Konflikte mit zu starken Gewerkschaften Vorkehrungen zu treffen. Auch gewerkschaftlich organisierte Menschen können habgierig sein.
Würde man diese Argumentation umdrehen, müßte jeder abhängig Beschäftigte für mehrere Arbeitgeber tätig werden, um nicht von einem MONOPOL-Arbeitgeber abhängig zu werden.
Und z.B. Flughafen-Mitarbeiter haben ein zusätzliches Problem, sie können noch nicht mal so eben einen Konkurrenz-Flughafen gründen und marktwirtschaftlichen Wettbewerb aufbauen.
Aber zum Glück gibt es ja nicht nur den Frankfurter Flughafen. Und es soll ja sogar möglich sein, mit Bahn oder Auto zu reisen.
Insgesamt sollte man zudem nicht übersehen, dass die Zahl der Fälle, in denen "Arbeitgeber" ihre Machtposition gegenüber den wirtschaftlich abhängigen Beschäftigten ausnutzen, wohl bei Weitem die Zahl der Fälle übersteigen, bei denen Angestellte unangemessene Forderungen stellen. Da, wo Arbeitsbedingungen und Lohnstruktur stimmen, wird auch seltenst gestreikt.
Wenn ein Streik dem Arbeitgeber nicht weh tut, wird er meist auch ziemlich wirkungslos sein. Und bis es in Deutschland zu einem Streik kommt, dauert es auch schon etwas. Andere Länder sind diesbezüglich erheblich streikfreudiger. Das beste Mittel gegen Streiks sind Transparenz (auch bezüglich der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens) und faire Umgangsformen zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern.