Autor Thema: wegen HEXEREY - Ausstellung - Eichstätt - von 25.8 bis 15.09.17  (Gelesen 263 mal)

Joachim Datko

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wegen HEXEREY (Flyer, als Anhang, unten)

gefangen - gefoltert - verbrannt

Ausstellung mit Dokumenten und Kunstwerken

in der ehemaligen Johanniskirche am Domplatz 8  in Eichstätt

Eröffnung am Freitag, 25. August um 19 Uhr

(täglich geöffnet vom 26. August bis 15. September 2017

von 11 bis 18 Uhr)

Menschenjagd.  Wie und warum  hier? 

Warum gerade in Eichstätt - so lange, so grausig und über alle Maßen brutal?

Die Ausstellung dokumentiert mit 45 Bild- und Texttafeln die Verfolgung,
Marter, Beraubung und die Justizmorde

am Fall der 12mal gefolterten und "von Rechts wegen" verbrannten
Bürgermeisterin Ursula Bonschab.

Gezeigt werden erstmals

Dokumente der "Hexen"prozesse aus dem 17. Jahrhundert,

Transkripte, die von uns für diese Ausstellung neu erstellt wurden,

historische Bilder sowie

Kunst zum Thema (von Wolfram P. Kastner und Hannes Kinau)

Die Ausstellung ist auf die besondere Eichstätter Geschichte und Gegenwart
fokussiert:

-        Wieso war – anders als an anderen Brennpunkten der
„Hexen“verfolgung – die Mehrzahl der Ermordeten in Eichstätt 

wohlhabend und/oder aus einflussreichen Familien, von denen einige
regelrecht ausgebrannt wurden?

-        (Die Folterprotokolle der Bürgermeisterin Ursula Bonschab werden
exemplarisch und vollständig gezeigt und erläutert)

-        Was hat es mit dem „Eichstätter Fragenkatalog“ auf sich – einer
Anleitung nach der Geständnisse herbei suggeriert  und herbei gefoltert
wurden?

-        (Wohl) nur für Eichstätt ist die Vergewaltigung weiblicher
Justizopfer vor der Hinrichtung belegt.

-        Welche Rolle spielte einer der am meisten gefürchteten „Hexen“jäger
seiner Zeit, der Eichstätter Fürstbischof Westerstetten?

-        Was wäre heute sinnvolles Gedenken?  Wäre nicht die namentliche
Rehabilitation der damals "von Rechts wegen" Ermordeten  angemessen?

Zumal Folter immer noch allgegenwärtig ist,  immer noch Mittel, um
Geständnisse zu erpressen.

Im Rahmen der Ausstellung gibt es mehrere Veranstaltungen, jeweils im
Ausstellungsraum:

Sonntag, 27. August 2017 um 19.30 Uhr

prothocollum

Lesung aus dem Protokoll des Folterprozesses gegen die Bürgermeisterin
Ursula Bonschab

Freitag, 1. September 2017 um 19.30 Uhr

Pater Spee - Anwalt der Hexen

Lesung des Autors Claus-Peter Lieckfeld aus seinem historischen Roman

Samstag, 2. September 2017 um 19.30 Uhr

Als Hexe verurteilt und hingerichtet: die Hebamme Barbara Khayer

und die Wehmutter Margarethe Seybold

Vortrag und Lesung: Birke Grießhammer, Historikerin

Freitag, 8. September 2017 um 19.30 Uhr

Rehabilitation - unmöglich?

Vortrag von Pfarrer Hartmut Hegeler, Autor und Gründer des Arbeitskreis
Hexenprozesse,

zu Möglichkeiten der Erinnerung und der Rehabilitation der wegen Hexerey
Ermordeten

Dienstag, 12. September 2017 um 19.30 Uhr

Barbara Schwarz und das Feuer der Willkür:

Ein Fall aus der Geschichte der Hexenverfolgungen

Autorenlesung von Dr. Harald Parigger (Autor, Historiker und Direktor der
Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit)

Erforschen Erinnern Rehabilitieren

(Datum und Gesprächsteilnehmer werden noch bekannt gegeben.)

Öffentliches Gespräch zum Umgang mit den Justizmorden der Hexenjäger, zum
Stand der Forschung,

zu Formen der Erinnerung an die Verfolgten, zur Stellung der Katholischen
Kirche

und der staatlichen Rechtsnachfolger der damaligen Hexenjäger sowie zur
Frage einer möglichen Rehabilitation.

Der amtierende Eichstätter Bischof, Georg Maria Hanke, hat durch
Generalvikar Vollnhals für sich

und die ihm unterstellten Geistlichen eine Teilnahme an dieser
Diskussionsveranstaltung

 – ohne Nennung von Gründen – ablehnen lassen.

Die Ausstellung wird finanziell gefördert durch den Bund für
Geistesfreiheit.

Leider waren alle Anfragen an Stiftungen und andere mögliche Förderer
vergeblich

(Stadt Eichstätt, Stadtsparkasse Eichstätt, Heinrich Böll Stiftung,
Bayernforum/Friedrich-Ebert-Stiftung,

Hanns-Seidel-Stiftung, Katholische Universität u.a.)

Auskünfte geben die Ausstellungs-Veranstalter und Gestalter:

Wolfram P. Kastner, 089 157 32 19,  w.kastner@ikufo.de

und

Claus-Peter Lieckfeld,  08193 5614,  Lieckfeld.Straass@t-online.de
« Letzte Änderung: 02.08.2017, 21:47 von Datko »
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
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