Strafen, statt Denken, eine alte deutsche Tugend.
Deutschland gilt als das Mutterland des Bürokratismus. Schon immer musste sich die Vernunft den grauen Männern aus den Behörden beugen.
Ihr Maßstab ist die Konformität. Für sie ist es unmöglich sich geistig frei zu bewegen.
Wir brauchen nicht ins Kaiserreich zurückgehen, in dem der Hauptmann von Köpenick den gedankenlosen Bürokratismus vorführte.
Mit ein bisschen Uniform und dem Verweis auf "allerhöchste Stellen" schaltet der Hauptmann von Köpenick den
Konformitäts-Schalter in den Gehirnen der Stadtverwaltung von Köpenick auf Gehorsam.
Wir brauchen nicht bis ins Dritte Reich zurückgehen, in dem ein Stück Papier mit einem Stempel den Tot von
Menschen herbeiführen konnte. Viele zogen an einem Strang in der Hoffnung das nicht falsch sein kann, was viele machen. Nur nicht auffallen und Verantwortung übernehmen. Später behaupteten sie, sie wären unschuldig.
Heute wird immer deutlicher, dass die Gedankenlosigkeit bei der Durchführung das eigentliche Problem war.
Wir brauchen nicht in die DDR zurückgehen, in der der Bürokratismus sich Sozialismus nannte.
Mit dem "alle sind gleich", meinte man nicht die Gleichheit vor dem Gesetz, sondern
dass alle im gleichen gedanklichen Gefängnis sind.
Auch die Bundesrepublik hat so ihre Bürokratie. Die Väter des Grundgesetzes
gaben sich alle erdenkliche Mühe im Vorfeld den Bürokratismus in Schranken zu weisen. Grundrechte sollten das Individuum vor Übergriffen des Bürokratismus schützen.
Sie wussten, dass die Gefahr für eine freie Gesellschaft vom Bürokratismus ausgeht. Er ist gut organisiert und mit Menschen besetzt,
deren oberstes Ziel es ist, Verordnungen ohne gedankliche Reflektion umzusetzen.
Was macht man nun, wenn man als Individualist auf Konformismus trifft? Man wundert sich erstmal, das es einen Bereich gibt, in dem Argumente nicht zählen.
Im Mathematik-Unterricht lernte man, dass man das Ergebnis nur findet, wenn man konsequent die Voraussetzungen beachtet und nur richtige Schlussfolgerungen zieht.
Aber nun zur Sache. Eines Tages klingelt ein Relikt aus dem Mittelalter an meiner Tür, es ist der "Bezirkskaminkehrermeister". Schon die Bezeichnung ist Programm.
Während die Donaudampfschifffahrtskapitäne schon lange das zeitliche gesegnet haben, gibt es die Bezirkskaminkehrermeister im "mittelalterlichen" Regensburg immer noch.
Ich sah mir das Treiben des Kehrers an und glaubte, in das Mittelalter zurückversetzt zu sein. Verzweifelt wetzte der Kehrer 10 Gramm Schmutz aus dem Kamin meiner Gasheizung.
Dazu kletterte er im Winter auf ein 45 Grad steiles Dach. Hätte der Bürokratismus meine Warnungen beherzigt, wäre drei Jahre später einem Kaminkehrerlehrling der Sturz vom Dach erspart geblieben.
Das Urteil ist klar, weg mit dem Kehrer.
Aber da gibt es ein Schornsteinfeger-Gesetz, dass die Regensburger Stadtverwaltung verzweifelt verteidigt.
Mit seitenlangen Briefen und hohen Strafen wird Druck gemacht. Ungeachtet dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland,
dass im Artikel 13 die Unverletzlichkeit der Wohnung garantiert, versucht die Stadtverwaltung das aus handwerklicher-, technischer- und naturwissenschaftlicher Sicht unsinnige Treiben des Kehrers durchzusetzen.
Die Regierung der Oberpfalz glaubt sogar im Artikel 13 einen Absatz, der die
Schikanen der Stadtverwaltung rechtfertigt zu finden. Es ist der Absatz 2. Lesen sie bitte selbst mal nach.
Anschliessend finden Sie ein Schreiben der Stadtverwaltung Regensburg. Nachdem schon 1999 von der Regensburger Stadtverwaltung
ein Schaden von mehreren tausend Mark erzeugt wurde, macht man im Jahr 2000 mit der alten Methode weiter.
Nähere Informationen finden Sie unter : http://www.monopole.de
© Kaminkehrer sind ein Relikt aus dem Mittelalter
e-mail
Joachim Datko
93055 Regensburg, den 24.04.2000
Cecilie-Vogt-Weg 9