Wir schreiben den 09.12.1999, es ist 15.00 Uhr. Lautlos rollen die Polizeifahrzeuge vor.

Vergessen Sie, was Sie in der Schule gelernt haben und folgen Sie uns leise.


09.12.1999, 15.00 Uhr, die Stunde der Entscheidung ist da.


Er hatte verloren, die Stadtverwaltung wird in wenigen Minuten die Tür geknackt haben.
[K]





Man hatte alles fein eingefädelt.

alles war bestens präpariert, das Opfer wusste weder Tag noch Stunde des Einsatzes.

Zeugen waren nicht zu befürchten, die Öffentlichkeit war ausgeschlossen.

Es geht nichts über eine gute Vorbereitung.

Der deutsche Bürokratismus ist gründlich und nicht zimperlich, wie er schon oft bewiesen hat.

Das Kalkül ging auf, während er auf ihre Gehälter arbeitete, würden sie die Wohnung knacken, um das Kehrmonopol des Kaminkehrers zu sichern.









Der Kehrer würde, wie letztes Jahr, den Kamin der Gasheizung genauestens untersuchen.

Bitte nicht nachdenken, ich hatte Sie doch anfänglich gebeten alles zu vergessen, was Sie in der Schule gelernt haben.

Hier geht es power-play und nicht um Kenntnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern.

Außerdem mussten unbedingt "Kohlenmonoxid"-Messungen bei der Gasheizung durchgeführt werden.

Sie denken schon wieder, lassen Sie es sein, denken schadet.

Über DM 2000,-- kann es in Regensburg im Jahr schon Strafe kosten, wenn man denkt.

Fragen Sie auch nicht welche Schulbildung diejenigen haben, die die Strafen verhängen.

Aber die Strafen hatten noch einen zweiten Grund.



In Regensburg können Sie nicht so einfach auf ein Grundrecht bestehen.

Der Artikel 13 des Grundgesetzes sagt unmissverständlich, die Wohnung ist unverletzlich.

Dass das Grundgesetz keine Gültigkeit haben kann, wenn es gilt, das Gebietsmonopol der Kaminkehrer zu verteidigen, ist leicht einsichtig.

Sie denken ja schon wieder, seien Sie vorsichtig, eine Geldstrafe bringt Sie sonst wieder zurück auf den rechten Weg.



Kurz nach 15 Uhr war es dann soweit, man hatte die Wohnung geknackt, der Kaminkehrer, ein Relikt aus dem Mittelalter, konnte seiner "Arbeit", die niemand bestellt hatte, nachgehen.

Sehen wir uns die Helden der Arbeit an, ein Kehrer und ein massiver Polizei-Einsatz mit zwei Fahrzeugen.

Schade, er hätte gerne das "Rollkommando" abgefragt, so wie in der Schule, etwas Grundlagen der Naturwissenschaften und Technik, anschliessend etwas Staatsbürgerkunde. Aber Argumente und Bürokratismus, das verträgt sich nicht, es gilt :

"Haben wir schon immer so gemacht" und "Es wird schon richtig sein, wenn wir so viele sind und er nur allein".

Die Welt in der er lebt verstehen sie so wenig, wie er die ihre.


Hätte man auf ihn gehört, wäre einem Schornsteinfegerlehrling der Sturz vom Dach erspart geblieben.

Eher würden sie sich die Ohren abschneiden, als auf Ihn zu hören.



Als Dank für Ihr Interesse, ein Stück reale Wirklichkeit im deutschen Bürokratismus, Ihnen zur Freude, mir zum Grauen:

...
§1
In §1 Abs. 2 Satz 1 der Verordnung über die Ge-
bühren und Auslagen der Bezirkskaminkehrermei-
ster (Kehr- und Überprüfungsgebührenordnung -
KÜGebO - vom 21. Dezember 1993 (GVBl S. 1098,
BayRS 215-2-11-I), geändert durch Verordnung
vom 13. Dezember 1994 (GVBl S. 1075), werden die
Worte "1,05 Deutsche Mark" ersetzt durch die
Worte "1,08 Deutsche Mark".
...


Ein Wort auf den Weg:

Kaminkehrer sind ein Relikt aus dem Mittelalter.




Dieses Jahr feierten wir den fünfzigsten Geburtstag unseres Grundgesetzes,
statt zu feiern hätte man es lesen sollen.

[50 Jahre GG]

Artikel 13 (1) Die Wohnung ist unverletzlich


Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland Artikel 13


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Joachim Datko
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